Tagblatt Online, 07. September 2010 01:01:08
«Anderer Bauherr hätte nicht die gleichen Möglichkeiten»
Roland Peter Geschäftsführer WWF Thurgau
Herr Peter, die Gemeinde Kemmental betont, die geplante Änderung habe nichts mit dem Prominentenstatus von Sebastian Vettel zu tun. Ist das glaubwürdig?
Ganz sicher nicht. Ein anderer Bauherr hätte sicher nicht die gleichen Möglichkeiten, die jetzt Herrn Vettel eingeräumt werden.
Der Verlust an Land in der Landschaftsschutzzone wird flächenmässig weit überkompensiert. Warum reicht das nicht?
Zum einen geht aus landschaftlicher und ökologischer Sicht die Rechnung beim Abtausch nicht auf. Zum anderen würde ein Flickenteppich entstehen, indem eine Bauzone in einem Gebiet herausgebrochen wird. Der Druck wäre gross, das Land später wieder einzuzonen. Das ganze Vorgehen wirkt taktisch und ist raumplanerisch nicht sinnvoll.
Wie leicht ist dem WWF die Einsprache gegen den Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel gefallen?
Es geht nicht um Personen, sondern allein um die Sache. Die Pläne in Kemmental verstossen ganz klar gegen die raumplanerischen Grundsätze. Und deshalb haben wir Einsprache erhoben.
Die Gemeinde will mit der Umzonung verhindern, dass Liegenschaften wie die Neumüli von Herrn Vettel wegen des begrenzten Ausbaupotenzials leer stehen. Haben Sie kein Verständnis für diese Haltung?
Die Neumüli ist in der heutigen Form attraktiv. Sonst hätte Herr Vettel sie nicht gekauft und bereits in den Umbau investiert.
Wie gross schätzen Sie die Chancen der Einsprache ein?
Gross, weil ganz offensichtlich raumplanerische Fehler begangen werden sollen. (mso)
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Willi1937 (07. September 2010, 10:36)
Einsprachen
Wie lange dauert es noch bis die Schweizer erkennen, dass diesen selbsernannten Göttern der Natur und der Menschheit das Einspracherecht entzogen werden muss? Es wäre langsam Zeit, dass unsere Behörden nicht Untertanen von gewissen Gruppierungen sind.
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