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Tagblatt Online, 6. Juni 2009, 01:01 Uhr

Erlebnishotel Bunker

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Kahle Wände, dafür viel Platz: Auf gewisse Luxus-Attribute müssen die Gäste im Nullsternhotel nicht verzichten. (Bild: Bild: Reto Martin)

In Teufen wurde gestern das erste Nullsternhotel der Welt eröffnet. Das Projekt der Brüder Riklin stösst auf grosses Interesse. Bald könnte auch der Bundesrat zu Gast sein.

Markus Zahnd

teufen. Es sei kein reales Hotel, sagen die Zwillingsbrüder Frank und Patrik Riklin an der Eröffnung. Die in ein Hotel umfunktionierte Zivilschutzanlage sei vielmehr eine Kunstinstallation. «Wir wollen Menschen auf andere Art zusammenbringen, ihnen ein Erlebnis bieten, das sie sonst nirgendwo erleben.»

Die Bezeichnung Nullsternhotel bedeutet nicht, dass die Gäste auf Luxus verzichten müssen.

«Die Null steht für die Freiheit und die Unabhängigkeit, den eigenen Anforderungen zu entsprechen und somit den Luxus neu zu definieren», heisst es im Nullsternhotel-Manifest. Frank Riklin ergänzt: «Normalerweise schlafen in einem Raum des Bunkers 75 Personen, bei uns sind es sieben. Ist das nicht Luxus?» Insgesamt bietet das Hotel in zwei Räumen Platz für 14 Personen. Falls sich grosse Gruppen anmelden, können diese auch in den Doppelstockbetten der Anlage übernachten. Die Kosten pro Übernachtung betragen zwischen 10 und 30 Franken.

Chance für pfiffige Ideen

Zuerst getestet haben die Riklins ihr Vorhaben in Sevelen. Sie mussten aber nach einem neuen Standort suchen. Fündig wurden sie in Teufen – vor allem dank der Unterstützung der Gemeinde, die ihnen die Zivilschutzanlage kostenlos zur Verfügung stellt. «Die Gemeinde will etwas bieten, und das Projekt ist eine interessante Erweiterung unseres Angebots», sagte Gemeindepräsident Gerhard Frey an der Eröffnung in einer Videobotschaft. Dem Gemeinderat habe die Idee gefallen, und pfiffige Ideen sollten eine Chance erhalten. Dass das Projekt grosses Medieninteresse auf sich zog, bezeichnet Frey als positiven Nebeneffekt für die Gemeinde; das Ziel sei es aber nicht gewesen.

Was aus dem Projekt in Zukunft wird, könne er nicht sagen, meint Frey. Auch die Künstler wollen nicht allzu weit vorausblicken. Den ökonomischen Gesetzen sei das Nullsternhotel ohnehin nicht unterworfen: «Ohne Gäste entstehen auch keine Kosten», sagt Patrik Riklin. Derzeit hätten sie aber laufend Anmeldungen von vielen verschiedenen Menschen. Um die Gäste kümmert sich Butler Viktor Szücs – ein 19jähriger Ungar, der in Vitznau die Hotelfachschule besucht.

Sieben Sterne für den Bundesrat

Vielleicht darf er bald sieben prominente Gäste betreuen: Der Bundesrat plant sein diesjähriges Schulreisli ins Appenzellerland. «Wir haben sie eingeladen und hoffen, dass sie vorbeischauen. Weil bei uns die Gäste und nicht die Einrichtung die Sterne ausmachen, würden sie dann sogar in einem Siebensternhotel übernachten», sagt Frank Riklin.



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