Mit präziser Technik und Kreativität zum zweiten Stern

MICHELIN-STERNE IN DER OSTSCHWEIZ ⋅ Das «Schäfli» in Wigoltingen und das «Einstein Gourmet» in St.Gallen haben gestern vom Guide Michelin einen zweiten Stern erhalten - das ging schnell.
10. Oktober 2017, 06:30
Urs Bader

Urs Bader

Über zwei Restaurants in der Ostschweiz leuchten neu nun zwei «Guide Michelin»-Sterne: über dem «Einstein Gourmet» im gleichnamigen St. Galler Hotel und über der «Taverne zum Schäfli» im thurgauischen Wigoltingen. In den Presseunterlagen zur Ausgabe 2018 des Gastroführers heisst es, der «kreativen Doppelspitze» des «Einstein Gourmet», Sebastian Zier und Moses Ceylan, sei es gelungen, das Restaurant mit «ausdrucksstarken Gerichten» in nur zwei Jahren in die Zwei-Sterne-Klasse zu führen. Und im Führer steht: «Die interessante feinfühlige Küche zeugt von Kreativität und überaus präzisem Handwerk, die Produktqualität steht völlig ausser Frage.»

Für sie sei der zweite Stern wie ein «gutes Schulzeugnis für harte Arbeit», darüber würden sie sich riesig freuen, erklärten die beiden Köche gegenüber unser Zeitung. Es sei auch eine Bestätigung für ihr Modell einer Doppelspitze. Gewürdigt würde nicht nur Qualität und Kreativität, sondern auch die Beständigkeit ihrer Arbeit. «Man muss sich jeden Tag reinhängen und sich fragen: Wie geht es noch besser? Das setzt Passion voraus, aber auch eine gewisse Leichtigkeit.»

Kuchlers «präzise Technik» schafft Finesse

Auch der junge Christian Kuchler ist im «Schäfli» in Wigoltingen erst seit zwei Jahren am Werk, zuvor führten seine Eltern das Lokal. Im «Michelin» heisst es dazu, das «Schäfli» sei seit Jahrzehnten eine kulinarische «Highend-Adresse» im Thurgau und weit darüber hinaus; daran habe sich nichts geändert. Die Küche wird nun beschrieben als «klassisch basiert, fein und absolut produktorientiert». In den Unterlagen wird darüber hinaus auf Kuchlers «präzise Technik» verwiesen, wobei der Eigengeschmack der Produkte im Mittelpunkt stehe. «Das Ergebnis sind Gerichte mit einem schönen Mass an Finesse und Ausdruck.»

Bei einem Besuch im «Schäfli» vor kurzem sind wir zu einem ähnlichen Urteil gekommen: Wie bei guter Kunst bleibt bei Christian Kuchlers Gerichten oft ein Geheimnis, ohne dass etwas verkünstelt würde.

Aus der Sicht von «Michelin» kaum Bewegung

Im Übrigen ist das Feld der Michelin-Sterne-Küchen in der Ostschweiz weitgehend gleich geblieben wie im Vorjahr. Es fehlt einzig das «Dreizehn Sinne» in Schlattingen von Cornelius Speinle. Er hat es Ende April geschlossen, um in Hamburg eine Küchenchef-Stelle anzutreten. Weiterhin ein Stern leuchtet über den Restaurants Igniv, Bad Ragaz, Schlüssel/Nidbergstube, Mels, Segreto, Wittenbach, Mammertsberg, Freidorf, Truube, Gais, Gasthaus Zur Fernsicht/Incantare, Heiden, und Gasthaus Zum Gupf, Rehetobel.

In der Kategorie «Bib Gourmand», in der es um ein besonders gutes Preis-Leistungs-­Verhältnis geht, hat der neue «Michelin» die rekordhohe Zahl von 153 Restaurants aufgelistet. 14 von ihnen sind in der Ostschweiz. Hier neu dazugestossen sind der «Bären» in Grub, das «Renner» in Amriswil und «Il ristorantino Sonne» in Gachnang.

Erstmals verwendet der Gastroführer ein neues Symbol, den Teller. Er bedeute «einfach ein gutes Essen». Das Symbol soll den Nutzer darauf hinweisen, dass bereits die Aufnahme in den «Michelin» als Zeichen für eine Küchenleistung über dem Durchschnitt zu werten ist.

Insgesamt, findet Michael Ellis, internationaler Direktor des «Guide Michelin», kommen Feinschmecker in der Schweiz voll und ganz auf ihre Kosten. Und sie könnten aus einer Vielfalt wählen wie nur in wenigen Regionen Europas.

Bereits vor einer Woche wurden die Restaurants der Ostschweiz von Gault Millau bewertet. Folgende Restaurants sollen die Besten sein: 


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