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Tagblatt Online, 30. November 2010 15:42:00

Neuer Verteidiger für Kachelmann

Fall Kachelmann

Kachelmanns neuer Verteidiger: Johann Schwenn (Archiv) Zoom

Kachelmanns neuer Verteidiger: Johann Schwenn. (Bild: Archivbild: Keystone)

MANNHEIM/GAIS. Der Kachelmann-Prozess wird am Mittwoch trotz Verteidigerwechsel wie geplant fortgesetzt. Das bestätigte Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker am Dienstag. Es werde kein Antrag auf Unterbrechung des Prozesses gestellt.

Der neue Verteidiger Johann Schwenn - ein landesweit bekannter und angesehener Strafverteidiger - und die seit Prozessbeginn anwesende Pflichtverteidigerin Andrea Combé seien «sehr gut vorbereitet», sagte Höcker.

Zwei Verteidiger Kachelmanns waren zuvor überraschend aus dem Verfahren ausgeschieden. Am Montagabend erklärte Hauptverteidiger Reinhard Birkenstock, er sei nicht mehr Kachelmanns Anwalt.

Ob Kachelmann Birkenstock entbunden hat oder umgekehrt der Kölner Anwalt selbst das Mandat niederlegte, wurde nicht bekannt gegeben.

Hingegen bestätigte Kachelmanns zweiter Anwalt Klaus Schroth, dass ihn Kachelmann von seinem Mandat entbunden habe. Schroth hat nach eigenen Angaben am Montagabend eine E-Mail von Kachelmann erhalten, in der er ihm den Verteidigerwechsel mitteilte.

Schroth hatte im Sommer mit Erfolg Haftbeschwerde vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe eingelegt, worauf Kachelmann auf freien Fuss kam. Ob der Verteidigerwechsel auf Kachelmanns Unzufriedenheit mit dem bisherigen Prozessverlauf zurückgeht, beantwortete der Medienanwalt nicht.

Kachelmann steht in Mannheim vor Gericht, weil er beschuldigt wird, seine Ex-Freundin vergewaltigt zu haben. Der Moderator weist diesen Vorwurf jedoch zurück.

Bislang hat die Verteidigung zwei Befangenheitsanträge gegen die Strafkammer gestellt, die jedoch beide abgelehnt wurden. Dass die Anträge von vornherein keine Erfolgsaussicht hatten, haben viele Juristen gesagt und einige inzwischen auch geschrieben.

Nach dem Verteidigerwechsel wird vermutet, dass die Zeugenaussage des möglichen Vergewaltigungsopfers nicht so widersprüchlich und unglaubwürdig war, wie von der Verteidigung dargestellt. Die Vernehmung der 37-jährigen Radiomoderatorin erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. (sda/dapd/dpa)







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