Tagblatt Online, 14. Oktober 2009 12:25:00
Käsetourist Ochsenknecht
Ein flottes Käse-Trio: Uwe Ochsenknecht und die beiden echten Sennen Albert Neff (links) und Werner Bollhalder beim Dreh. (Bild: Bild: pd)
APPENZELL. Der deutsche Schauspieler Uwe Ochsenknecht mimt zum dritten Mal den Imageträger für Appenzeller Käse. In TV-Spots fragt er zwei Sennen nach dem Rezept – natürlich vergeblich.
(Quelle: youtube.com)Man mag Gruyère oder Emmentaler bevorzugen oder Käse partout verabscheuen. Um den Appenzeller jedoch kommt man diesen Herbst kaum herum, zumindest vor dem Fernseher nicht: Da wirbt in Spots der deutsche Filmschauspieler Uwe Ochsenknecht für Appenzeller Käse. «Verkleidet» als Tourist, will Ochsenknecht mit angeeignetem Dialekt zwei Sennen das Rezept entlocken. Doch die schweigen nur und schneiden dann ein Stück Käse ab: «Wotsch au en Bess?»
Damit setzt die neueste Appenzeller-Imagekampagne wieder auf den würzigen Geschmack, der auf einer streng geheim gehaltenen Kräutersulz beruht. Und es ist bereits das dritte Mal, dass der 53jährige Filmstar («Das Boot», «Männer») für die Appenzeller Käseproduzenten den begeisterten Touristen spielt. Angeblich als «bekennender Liebhaber von Appenzeller Käse», der sich einen Teil der Gage in Käse auszahlen lässt, wie er in der Pressemitteilung zitiert wird: «Das ist jetzt schon Tradition geworden, denn ob ich den Käse kaufe oder als Gage erhalte, spielt ja eigentlich keine Rolle.»
Deutschland grösster Abnehmer
Christoph Kempter, Direktor der Appenzeller Käse GmbH, bestätigt die monatliche Lieferung einer Familienpackung Käse an Ochsenknecht, doch die Höhe der (finanziellen) Gage will er nicht preisgeben. Sie dürfte sich in jedem Fall lohnen, denn Deutschland ist mit jährlich 4500 Tonnen verkauftem Käse noch vor der Schweiz (3500 Tonnen) der wichtigste Markt für Appenzeller.
«Und trotz immer stärkerer Konkurrenz haben wir uns auf diesem Niveau halten können», freut sich Kempter. In Deutschland sind die neuen TV-Spots mit Ochsenknecht denn auch bereits Anfang Oktober gelaufen; hierzulande werden sie ab November zu sehen sein (alle SF-Kanäle und einige Privatsender).
Zwei echte Sennen
Inszeniert wurde der Spot vom vielgelobten Zürcher Jungregisseur Micha Lewinsky («Der Freund»), der damit im Auftrag der Berner Agentur Contexta sein Werbefilmdébut gab.
Er konnte auf weitere «Stars» bauen – die Aussicht auf die Säntiskette vom Drehort auf der Scheidegg oberhalb Gonten und auf zwei echte Sennen, Albert Neff und Werner Bollhalder, denen der Schalk ins Gesicht geschrieben steht. Was Ochsenknecht vom trockenen Humor der Appenzeller schwärmen lässt: «Ohne viel Alarm, einfach zack, dann kommt eine Pointe aus der Hüfte geschossen.»
Bleibt die Frage, was Ochsenknecht und der in Deutschland beliebteste Schweizer Käse denn gemeinsam haben. Seine Antwort in der «SI»: «Meine Konsistenz ist auch geheim! Zudem bin ich mittlerweile ganz gut gereift.» (mel)
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