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Tagblatt Online, 03. November 2010 15:23:12

Kachelmann will TV-Karriere beenden

Kachelmann (rechts) und sein Verteidiger vor Gericht Zoom

Kachelmann (rechts) und sein Verteidiger vor Gericht. (Bild: Bild: Keystone)

BERLIN/GAIS. Unabhängig vom Ausgang des Prozesses wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung will ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann seine TV-Karriere beenden. Dies sagte er in einem am Mittwoch im deutschen Boulevardblatt «Bild» erschienenen Interview.

«Ich werde nach all dem keine Wettersendungen mehr moderieren können», sagte Kachelmann. Nachdem Staatsanwaltschaft und Medien sein «Privatleben gewaltsam öffentlich gemacht haben, wärs mit dem Blumenkohlwolken-Onkel wohl schwierig», fügte der Moderator hinzu. «Das Kapitel Fernsehen ist dadurch für mich beendet worden.»

Die ARD traf diese Aussage überraschend. «Jörg Kachelmann hat uns im Vorfeld nicht informiert», sagte eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion. «Es ist sein gutes Recht, als Privatmann über seine Zukunftspläne zu sprechen. Wir haben Kachelmanns Aussagen zur Kenntnis genommen, werden uns zum Fall aber erst nach Prozessende äussern.»

Kachelmann muss sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Die Ex-Freundin des Wettermoderators wirft ihm laut Anklage vor, sie nach einem Beziehungsstreit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Kachelmann bestreitet die Vorwürfe. Die viertägige Befragung des mutmasslichen Opfers war vor einer Woche abgeschlossen worden.

Pläne für die Zukunft
Der «Bild»-Zeitung sagte Kachelmann, er wolle in Zukunft nur noch als Redaktor bei seiner eigenen Firma Meteomedia AG arbeiten. Diese erstellt Vorhersagen für Fernsehsender, Versicherungen und Fluglinien. Das Unternehmen hatte er 1990 gegründet.

Für den Fall eines Freispruchs in seinem Prozess hatte Kachelmann laut «Bild» erwogen, in den US-Bundesstaat Oklahoma auszuwandern. «Ich habe mich aber gegen Oklahoma entschieden», sagte er der Zeitung. «Das hätte auch im Falle eines Freispruchs nach Flucht ausgesehen.»

Für sein künftiges Privatleben hat sich Kachelmann einiges vorgenommen: «Ich war nicht immer treu, offen und ehrlich mit meinen Partnerinnen... Wenn ich in Zukunft eine Beziehung führe, werde ich monogam leben.» Am 21. Dezember soll im Kachelmann-Prozess das Urteil gesprochen werden. (sda/afd)





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