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Tagblatt Online, 15. Juli 2010 01:01:44

Frieden als gemeinsame Vision

Menschen aus vielen verschiedenen Ländern treffen sich in dieser Woche zum Internationalen Peace Camp im Fernblick in Teufen. Diskutiert werden Wege zur Friedensförderung.

ROGER FUCHS

TEUFEN. Weltweit würden jedes Jahr grosse finanzielle Mittel eingesetzt, um Menschen in Kriegsführung auszubilden, sagt Maria-Christina Eggers, Leiterin des Internationalen Peace Camps. Um das friedliche Miteinander zu lernen, gäbe es dagegen nichts. Das seit 1992 stattfindende Internationale Peace Camp im Fernblick in Teufen wolle in diesem Bereich deshalb einen Beitrag leisten.

Eine Woche lang erproben die aus Israel, Palästina, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Kolumbien, den Philippinen, Deutschland und der Schweiz angereisten 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wege zur Konfliktbewältigung. Darüber hinaus sollen auch realpolitische Schritte entwickelt und das Bewusstsein gestärkt werden, dass Frieden möglich ist.

Spiritualität als Basis

Erster Programmpunkt am Morgen ist jeweils ein Gottesdienst, der je von einer anderen Ländergruppe gestaltet wird. Die Teilnehmenden haben dabei nicht nur die Möglichkeit, andere Religionen und Kulturen kennenzulernen. Die Verwurzelung in der Spiritualität sei die Basis, um das Thema Krieg überhaupt anpacken zu können, sagt Maria-Christina Eggers.

Zu den weiteren Elementen der Peace-Camp-Tage gehört stets ein vormittäglicher Input, der sich mit Fragen des «Peacemakings» befasst. Zentrale Aspekte sind ferner der Austausch in internationalen Kleingruppen oder das Erzählen der ganz persönlichen Lebensgeschichte. Eine Stunde vor dem Abendessen trifft man sich jeweils zum Tanzen und Musizieren.

Spezielle Beachtung wird diesmal auch dem Verhältnis «Mann und Frau» geschenkt. «Es kann keinen Frieden auf der Welt geben ohne Frieden unter den Geschlechtern», so Eggers. Fragen, wie Männer und Frauen einander gegenseitig inspirieren und gemeinsam als Friedenskräfte wirken können, werden aufgegriffen.

Netzwerk aufbauen

Maria-Christina Eggers ist von der nachhaltigen Wirkung des Peace Camps überzeugt. «Die Teilnehmenden machen hier Erfahrungen, die ihr Leben verändern», sagt sie.

Beispielsweise würden die Teilnehmenden Elemente der Gesprächsführung oder Ritualgestaltung kennenlernen, die sie in ihrer Heimat direkt umsetzen könnten. Immer wieder hätten auch Teilnehmende aus früheren Jahren zu Hause eigene Peace Camps initiiert. Im weiteren stuft Eggers das Netzwerk, das dank des Peace Camps entsteht, als sehr wertvoll ein.

Das Internationale Peace Camp ist ein Projekt des Katharina-Werks in Basel, welches auch eine Defizitgarantie trägt. Heuer wird mit einem Verlust von knapp 80 000 Franken gerechnet. Gemäss Eggers sind es denn auch die Finanzen, von denen die Zukunft des Peace Camps abhängt.





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