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Tagblatt Online, 07. September 2010 01:01:08

Der Rekord-Landammann – und dann?

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16 Jahre Leiter des Regionalstudios Ostschweiz von Radio DRS, danach fünf Jahre Ausserrhoder Ratschreiber (Bild: Bild: Quelle)

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden finden im nächsten Jahr Gesamterneuerungswahlen statt. Dabei wird Anfang April der 65köpfige Kantonsrat und Mitte Februar der Regierungsrat sowie der Landammann neu gewählt. Man kann davon ausgehen (und hat zumindest bis anhin nichts anderes gehört), dass alle bisherigen Mitglieder des Regierungsrates wieder kandidieren, so die älteren Jakob Brunnschweiler, Hans Diem, Rolf Degen und Jürg Wernli, die dann alle gut 60 Jahre alt sind, sowie die jüngeren Marianne Koller (1953), Köbi Frei (1959) sowie Matthias Weishaupt (1961).

Mit 13 Jahren die längste Amtszeit haben dann Jakob Brunnschweiler und Hans Diem; alle andern sind zwischen fünf und acht Jahren im Amt.

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Gleichzeitig mit der Wahl des Regierungsrats erfolgt auch die Wahl des Landammanns. Jakob Brunnschweiler hat dann dieses Amt als Regierungspräsident während einer Rekordzeit von fünf Jahren ausgeübt und kann gemäss Verfassung erst nach einem Unterbruch von einem Jahr noch einmal als Landammann gewählt werden.

Seit der Verlängerung der Amtszeit auf vier Jahre (1998) hat in Ausserrhoden, aber auch insgesamt in allen andern Kantonen, noch nie ein Regierungspräsident sein Amt so lange ausgeübt wie Jakob Brunnschweiler. Die meisten Kantone kennen die Bundeslösung eines einjährigen Präsidiums; in vier Kantonen amtet der Regierungspräsident zwei Jahre und nur Basel und die Waadt sehen vierjährige respektive fünfjährige Amtszeiten vor.

Die bisherigen Ausserrhoder Landammänner Marianne Kleiner, Hans Altherr und Alice Scherrer sind alle bereits nach drei Jahren zurückgetreten.

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In Ausserrhoden war die neue Besetzung des Landammannamtes bislang kein öffentliches Thema. Offensichtlich ist, dass keiner der freisinnigen Regierungsräte Rolf Degen und Jürg Wernli interessiert ist, für das Amt zu kandidieren.

Der freisinnigen Regierungsrätin Marianne Koller scheinen die dafür notwendigen Qualitäten nicht zugesprochen zu werden. Wenn aber alle Bisherigen wieder für den Regierungsrat kandidieren und keiner sich um das Landammannamt bewirbt, dann bleibt wohl nur der Schluss, dass die FDP als die grösste Partei Ausserrhodens zum erstenmal das würde- und respektvolle Amt eines Landammanns kampflos aufgibt und somit – auch erstmalig in der Geschichte von Ausserrhoden –

das Amt eines Landammanns inskünftig nicht von einer freisinnigen oder einer dem Freisinn nahestehenden Person wahrgenommen wird. Im Regierungsrat stehen für die Nachfolge zwei achtbare Papabili bereit, der Sozialdemokrat Matthias Weishaupt und der SVPler Köbi Frei.

Erich Niederer





Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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pippo1958 (08. September 2010, 16:05)
Da wurde doch jemand vergessen.....

Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen.
Scheinbar ist Erich Niederer schon zu lange weg.... sonst hätte er in seinen Betrachtungen den Vizelandammann Diem bestimmt nicht vergessen. Als Kantonsrat schätze ich seine Fähigkeiten, seine Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit. Ein Mann des Volkes eben. Dinge, bzw. Voraussetzungen, die ein zukünftiger Landammann mitbringen muss.
SVP hin oder her... zwinkern

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