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Tagblatt Online, 10. Dezember 2010 17:40:21

Angriffe von Kachelmanns Anwalt gehen weiter

Verteidiger Johann Schwemm (l) und Jörg Kachelmann (Archiv) Zoom

Verteidiger Johann Schwemm (l.) und Jörg Kachelmann. (Bild: Archivbild: Keystone)

MANNHEIM/GAIS. Jörg Kachelmanns Verteidiger setzt weiter voll auf Konflikt. Diesmal richtete Johann Schwenn schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und kritisierte das Gericht. Dies brachte ihm eine Rüge ein.

Schwenn warf der Staatsanwaltschaft Kontakte zur Presse der Hubert Burda Media vor, die den Prozess gezielt zuungunsten Kachelmanns beeinflusse. Der Verlag bringt unter anderem die Magazine "Bunte" und "Focus" heraus.

Wörtlich sagte Schwenn vor dem Landgericht Mannheim an die Adresse des Oberstaatsanwalts und des Staatsanwalts, «die beiden Herren sind um einiges verdächtiger als Herr Kachelmann». Er kündigte hierzu auch noch Beweisanträge an.

Als Schwenn dann auch noch die Berufsrichterin wegen ihrer ablehnenden Gesten während seineràAusführungen kritisierte, rügte der Vorsitzende Richter Michael Seidling das Verhalten Schwenns als «unangemessen und anmassend».

Oberstaatsanwalt Oskar Gattner trat dem Vorwurf von Kontakten zum Burda-Verlag entgegen. Er habe mit der im Gerichtssaal anwesenden Reporterin der «Bunten» erstmals vor einer Woche gesprochen. Dem Vorsitzenden gelang es am Freitag erst nach einiger Zeit, wieder Ruhe in die mündliche Verhandlung zu bringen.

Einen konkreten Straftatbestand, den er den Staatsanwälten vorwirft, wollte Schwenn allerdings auch auf Nachfrage in einer Verhandlungspause nicht nennen. Er beliess es bei Andeutungen, wonach die Ermittler ihre Amtspflichten verletzt hätten.

Umstrittene Schweizer Zeugin
Anlass der heftigen Attacken der Verteidigung gegen die Hubert Burda Media ist ein am Montag erschienener Bericht von «Focus». Eine über das Handy Kachelmanns herausgefundene Ex-Geliebte in der Schweiz habe der Staatsanwaltschaft telefonisch von gewaltsamen sexuellen Übergriffen durch Kachelmann berichtet.

Diese hätten sich am 17. Januar wenige Wochen vor der angeblichen Vergewaltigung ereignet. Die Schweizerin lehnt ein Erscheinen vor dem deutschen Gericht ab. Die Staatsanwaltschaft will die Frau nun im Wege der Rechtshilfe vernehmen lassen. Dem trat Verteidiger Schwenn entschieden entgegen. Die Zeugin müsse als «unerreichbar» eingestuft werden.

Der Schweizer Wettermoderator muss sich seit 6. September wegen schwerer Vergewaltigung seiner langjährigen Freundin in Schwetzingen verantworten. Der 52-Jährige bestreitet die Tat, schweigt aber vor Gericht. (sda/dpa)





Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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bide (10. Dezember 2010, 17:47)
Leichen im Keller

Es würde mich nicht wundern, wenn die Staatsanwaltschaft einige Leichen im Keller hat. Der Ganze Prozess ist doch lediglich aus Show aufgezogen. Mit Rehctsprechung hat dies nichts mehr zu tun. Es muss einer fertig gemacht werden, damit Andere sich bestätigen können. Gut, hat Kachelmann jetzt einen Anwalt, der wie der Hase zu laufen hat.

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