Tagblatt Online, 01. September 2010 01:01:04
«TVO allein reicht nicht»
Für SVP-Kantonsrat Christian Meng berichten die regionalen Medien zu wenig über Ausserrhoden. Vor allem beim Fernsehen fehlt dem Teufner eine Alternative.
David Scarano
Teufen. Christian Mengs Kritik an der hiesigen Medienlandschaft ist nicht neu: Schon vor mehr als einem Jahr protestierte der SVP-Kantonsrat gegen den Konzessionsentscheid zugunsten von Tele Ostschweiz. Anfang dieses Jahres richtete er eine schriftliche Anfrage an die Ausserrhoder Regierung.
Nicht parteiisch
Gegenüber unserer Zeitung erklärte Christian Meng gestern, dass er sich nicht für Tele Säntis/Tele Top und gegen Tele Ostschweiz ausspreche.
Seine Kritik hätte nichts mit der Qualität der Berichterstattung zu tun, mit welcher er zufrieden sei. «Ich bin aber gegen Monopole. Ich setze mich für eine Angebotsvielfalt in den Medien ein, auch beim Lokalfernsehen», sagte er. Am liebsten wären ihm zwei Regionalsender. Dadurch gäbe es mehr Wettbewerb und eine grössere Meinungsvielfalt. Dass sein Wunsch wegen der aktuellen Rahmenbedingungen schwer zu realisieren sei, ist sich Meng jedoch bewusst.
Ausserrhoden vernachlässigt
Schon seit seiner Zeit als Gemeinderat von Teufen ist Christian Meng der Meinung, die regionalen Medien würden zu wenig über den Kanton Appenzell Ausserrhoden berichten. In seiner im Frühjahr eingereichten schriftlichen Anfrage nennt er ausdrücklich die Tagblatt-Medien-Gruppe samt Radio- und Fernsehbereich. Diese hätte ihre Informationsleistungen über Ausserrhoden vernachlässigt.
Das St. Galler Tagblatt habe beispielsweise die reine Appenzellerland-Seite in der Gesamtausgabe gestrichen. Dass die Zeitung trotzdem regelmässig über den Kanton berichtet, bestreitet er in seiner gestrigen telefonischen Stellungnahme indes nicht. Mengs Fokus in der schriftlichen Anfrage liegt auf dem Regionalfernsehen. Er will von der Ausserrhoder Regierung unter anderem wissen, ob eine Aufhebung der TVO-Konzession durch das Bundesverwaltungsgericht nicht eine Chance sei, dass eine bessere Erfüllung des Leistungsauftrags verlangt werden könne.
In seiner Antwort bedauert der Regierungsrat, dass TVO noch nicht alle zugesicherten Massnahmen umgesetzt habe. Immerhin gebe aber die Mitte August gestartete Programmrevision zu Hoffnung Anlass, dass der Neustart auch die Inhalte betreffe. Der Regierungsrat erwartet, dass die versprochenen Verbesserungen bei der Berichterstattung über Ausserrhoden umgesetzt werden. Sein Handlungsspielraum ist nach eigener Einschätzung aber gering. Zudem: Eine Einflussnahme auf die Medien sei nicht statthaft.
TVO-Stellungnahme
Bei Tele Ostschweiz nimmt man die Kritik aus Ausserrhoden ernst. Gemäss News-Chef Thomas Bächle berichte der Sender bereits jetzt immer wieder über das aktuelle Geschehen im Kanton. Durch den zeitlichen Ausbau der News-Sendung werde TVO in Zukunft vermehrt über Ausserrhoden berichten können.
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