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Tagblatt Online, 22. Oktober 2010 01:02:25

Teufen sagt Ja zur DML, will aber Bahntunnel im Zentrum

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Tunnel, bitte: Der Gemeinderat von Teufen will die Durchmesserlinie (DML), aber nur, wenn die Bahn aus dem Ortszentrum verschwindet. (Bild: Bild: Hanspeter Schiess)

TEUFEN. Der Gemeinderat von Teufen ist von den Qualitäten der Durchmesserlinie (DML) der Appenzeller Bahnen überzeugt, sieht aber auch Nachteile. Sein Ja zur DML verknüpft der Rat mit der Forderung nach einem Bahntunnel im Ortszentrum.

Mit der Durchmesserlinie (DML) der Appenzeller Bahnen erhalte Teufen eine Aufwertung des Angebotes im öffentlichen Verkehr, teilt die Gemeindekanzlei mit. Der Gemeinderat habe sich detailliert über Ziele und geplante Massnahmen auf der DML informieren lassen. Für die Gemeinde Teufen bedeute die DML: wesentlich kürzere Wartezeiten am Bahnhof St. Gallen und damit kürzere Reisezeiten im Fernverkehr dank eines Viertelstundentakts; eine ÖV-Verbindung in die St.Galler Innenstadt ohne Umsteigen; mehr Reisekomfort dank Niederflurzügen; merklich tiefere Lärmimmissionen.

Auch Nachteile

Der Gemeinderat sichtet bei der DML auch Nachteile, nämlich «einen intensiveren Eisenbahnverkehr und damit hergehend eine erhöhte Behinderung des innerörtlichen Individualverkehrs, welcher in Zukunft ebenfalls zunehmen wird», «eine fortschreitende Zweiteilung des Dorfes durch zunehmende Sicherung der Bahnübergänge, welche unabhängig

vom Projekt Durchmesserlinie bis 2014 zu realisieren sind» sowie «die weitgehende Verunmöglichung einer Gestaltung des Dorfzentrums mit einem lebendigen Dorf-, Markt- und Zentrumsplatz».

Für den Teufner Gemeinderat sei die Aussage der Appenzeller Bahnen von zentraler Bedeutung, «dass die Durchmesserlinie weder den Doppelspurausbau durch unser Dorf noch andere Lösungen, die zurzeit diskutiert werden, präjudiziert».

Hier blieben «aus Bahnsicht» alle Optionen von einer langfristigen Tunnellösung bis hin zum vorläufigen Verzicht auf jegliche Ausbauten offen, heisst es weiter in der Mitteilung. Der dafür eingesetzte Beirat, in dem alle Interessengruppierungen vertreten seien, begleite derzeit die Suche nach einer ausgewogenen und tragfähigen Lösung. Auch terminlich bestehen gemäss den Worten der Gemeinde «keine Abhängigkeiten».

Ja – unter einer Bedingung

Nebst den genannten Argumenten für die Durchmesserlinie erkenne der Gemeinderat von Teufen die regionale Bedeutung des Projektes. Die damit verbundenen Verbesserungen im ÖV-Angebot würden zur Erhöhung der Standortattraktivität der Region beitragen. Allerdings ist der Gemeinderat auch der Auffassung, dass die Attraktivität und auch das Dorfleben von Teufen entsprechend zu gewichten sind; der Rat wolle «für Teufen eine lokale, zukunftsorientierte Lösung, welche das Dorf nicht zusätzlich belastet».

Aus heutiger Sicht könne das nur mit einer Tunnelvariante gewährleistet werden. Aus diesem Grund befürworte der Teufner Gemeinderat das Projekt Durchmesserlinie unter der Bedingung, dass ein Tunnel in Teufen – wenn auch zeitlich nachgelagert – integraler Bestandteil des Projektes werde. (gk)





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