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Tagblatt Online, 07. November 2008 01:00:38

Sie hatten doch recht

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Spiele gegen Biel oder Wohlen interessieren den Herisauer Financier Torsten Petersen nicht. (Bild: Bild: Ralph Ribi)

Der FC St. Gallen AG droht der finanzielle Kollaps. Just davor warnte der Herisauer Financier Torsten Petersen bereits im letzten Winter. Genugtuung verspürt er darob keine.

Patrik Kobler

Herisau. Ende des Jahres machte eine Gruppe um den Herisauer Financier Torsten Petersen und den Spielervermittler Jesse Fioranelli als «Putschisten» Schlagzeilen. Sie wollten den schlingernden FC St. Gallen vor einer sportlichen und finanziellen Pleite bewahren. Vergebens. Im Umfeld des Clubs genossen sie keinen Rückhalt. Der damalige Präsident bezichtigte sie gar fehlerhafter Aussagen und qualifizierte sie als unseriös ab.

Freilich, mittlerweile haben sich ihre düsteren Prognosen bewahrheitet. Der FC St. Gallen spielt seit dieser Saison nur noch zweitklassig, und der neue Präsident Michael Hüppi musste sich dieser Tage mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit wenden, weil der FC St. Gallen AG der finanzielle Kollaps droht.

Chance nicht genutzt

Wird nun aus Herisau ein weiterer Putschversuch gestartet? Torsten Petersen antwortet darauf mit einem «klaren Nein». «Wir wollten nicht putschen, sondern mit Nachdruck auf die missliche Situation aufmerksam machen», erklärt er. «Wir hätten damals den notwendigen Input in finanzieller, struktureller und fachlicher Hinsicht geben können. Die Chance wurde nicht genutzt.»

Genugtuung, dass sich seine Prognosen bewahrheitet haben, verspürt Petersen keine. Vielmehr freue er sich über den derzeitigen sportlichen Erfolg und die Begeisterung, die der FC SG auszulösen vermag. «Mir ist allerdings völlig unverständlich, dass wieder einmal Veränderungen primär auf dem Platz, aber nicht bei den Strukturen und auch nicht konsequent im personellen Umfeld des Clubs getätigt wurden.» Der 53jährige weist darauf hin, dass in der Betriebs-AG der AFG Arena diejenigen die Geschäfte führen, die für den Abstieg und die derzeitige Situation verantwortlich sind.

Über die Situation auslassen mag sich Petersen aber nicht. Er habe Abstand gewonnen, sagt er. Auch gehört er nicht zu den Stammgästen in der neuen Arena, obschon ihm das «Schmuckkästchen» und die Ambiance gefallen. Allerdings gesteht er freimütig ein, dass ihn Spiele gegen Mannschaften wie Biel oder Wohlen nicht interessieren. «Da schaue ich lieber meinen Söhnen beim Handball oder Fussball zu.»

Keine Langeweile

Einer seiner beiden Söhne spielt in der Nachwuchsabteilung des FC Herisau, der sich ebenfalls in der Krise befindet. Statt des FC SG könnte er ja den FC Herisau retten. Petersen dazu: «Das ist überhaupt kein Thema. Die Leute beim FCH machen einen guten Job», erklärt der Financier, der einst Sport studiert hat und selber aktiver Fussballer, Handballer und Windsurfer war. Heute engagiert er sich als Präsident der Herisauer Sportzentrums-Kommission. «Langweilig», sagt er, «ist mir also nicht.»







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