Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 04. Oktober 2008 01:05:41

Gut ankommen

Wer weiss, wie er auf andere wirkt, der hat es im Privatleben und im Geschäftsbereich einfacher. Die Imageberater Nicole Veser Leschzyk und Christian Leschzyk wissen, wie man sich jederzeit höflich und stilgerecht verhält.

Zoom

Richtig anstossen: Einander in die Augen blicken und – eine Ostschweizer Besonderheit – den Namen des Gegenübers sagen.

Christine König

WOLFHALDEN. An einem Apéro Häppchen auf den Teller türmen, während des Small-Talks gähnen, beim Geschäftsessen als Gastgeber knauserig sein – das ist weder höflich noch stilvoll. «Stilgerecht» heisst die Imageagentur von Nicole Veser Leschzyk und Christian Leschzyk. «Stilgerecht» zeigt Einzelpersonen oder Unternehmen, wie man sich richtig – oder eben stilgerecht und freundlich – verhält. Wer weiss, wie er auf andere wirkt, der ist erfolgreicher im Geschäftsbereich oder in privaten Beziehungen. Wichtig ist dies: «Es geht nicht darum, Menschen zu verbiegen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu reflektieren, ihnen zu zeigen, welche positiven und negativen Eigenschaften sie haben und wie sie gut und natürlich rüberkommen», sagen die beiden Imageberater aus Wolfhalden.

Höflichkeit und Wertschätzung

Eine Studie aus den 90er-Jahren hat gezeigt, dass sich Eltern für ihre Kinder Durchsetzungsvermögen wünschten. Dieselbe Befragung wurde vor zwei Jahren noch einmal durchgeführt, mit ganz anderem Ergebnis: Was jetzt zählt, ist Höflichkeit und Wertschätzung. Diesen Wertewandel spüren auch die Imageberater. Und Firmen. Für sie heisst das: Mit ihren Produkten und Dienstleistungen können sie sich heutzutage fast nicht mehr von anderen Unternehmen abheben, hingegen aber mit ihrem Auftreten nach aussen. Der Mensch allein macht den Unterschied. Und mit Hilfe des Business-Knigges kann er den freundlichen Umgang lernen. Im Business-Knigge geht es um Höflichkeit, Wertschätzung, Freundlichkeit und Sympathie. Es geht darum, sich in allen Geschäftssituationen so zu verhalten, dass man Anerkennung erlangt und auf eine positive Art und Weise miteinander zusammenarbeitet.

Alles in der linken Hand

Der Business-Knigge ist umfassend, ebenso wie das Angebot von «Stilgerecht», das von Farb- und Stilberatungen bis hin zu Schulungen im Bereich der Körpersprache oder der Kundenfreundlichkeit reicht. Nachfolgend nur ein paar Auszüge aus dem Business-Knigge – wie bei einem Apéro «häppchenweise serviert». Dort greift man übrigens nicht zu, bevor das Buffet offiziell eröffnet worden ist. Und man hält Teller, Serviette und Glas in der linken Hand, damit die rechte stets zum Grüezisagen frei ist. Denn es gibt fast keine bessere Plattform für Networking als der Apéro.

Der freundliche Umgang beginnt bei der Begrüssung, die gleichzeitig Gelegenheit für den ersten Eindruck bietet. Es ist eine alte Weisheit: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Zwischen 90 Sekunden und vier Minuten – die Forscher sind sich nicht einig – braucht ein Mensch, um sich ein Bild seines Gegenübers zu machen. Dabei achtet er in erster Linie auf sein Bauchgefühl und in zweiter Linie auf das Verhalten und das Aussehen des andern: Ein schlaffer Händedruck lässt auf wenig Selbstvertrauen schliessen, ein Gemeindepräsident ohne Anzug wirkt bei einem hochoffiziellen Anlass deplaziert. Folglich bedeutet das: Einen positiven ersten Eindruck erreicht man dann, wenn man die Erwartungen des Gegenübers erfüllt. Für den Akt der Begrüssung als solches empfehlen Christian Leschzyk und Nicole Veser Leschzyk: fester Händedruck, Blickkontakt, Lächeln, offene Körperhaltung, nette Worte – und nicht zu vergessen: sich mit vollem Namen vorstellen. Wichtig ist gemäss denn Knigge-Profis auch dies: «Jeden Menschen gleich herzlich willkommen heissen.»

Small-Talk wäre der nächste Punkt einer Begegnung. Small-Talk ist nicht mehr und nicht weniger als ein nettes, kleines Gespräch und darf durchaus mit so etwas Belanglosem wie dem Wetter beginnen. Denn bald kommt man via Wetter auf die Ferien, die man soeben in Spanien verbracht hat und von da zu spanischem Rotwein, den beide mögen – und schon ist ein gemeinsames Gesprächsthema gefunden und eine angenehme Atmosphäre geschaffen. «Zum Small-Talk eignen sich alle Themen, die positiv behaftet sind. Polarisierende Themen wie Krankheit oder Religion eignen sich nicht», sagen Nicole Veser Leschzyk und Christian Leschzyk.

Authentizität und Selbstsicherheit versprüht ein Mensch bei einem Treffen auch über sein Aussehen. Angemessene Kleidung ist jederzeit ein Muss. Grundregel: Das Outfit muss der Branche und den Erwartungen entsprechen. Frauen sollten sich bei der Wahl ihrer Kleider mehr Mühe geben als Männer, denen ein Fauxpax eher verziehen werde, sagt Nicole Veser Leschzyk. Doch für Frauen und Männer gibt es Dont's in Sachen Business-Outfit: offene Schuhe, kurze Hosen, bauchfrei, Spaghettiträger sind Beispiele. Mit angemessener und gut sitzender Kleidung kann jeder und jede das Optimum aus sich herausholen.

Zeit für Verabschiedung

Jedes Treffen endet mit der Verabschiedung. Sollte man meinen. Nicole Veser Leschzyk und Christian Leschzyk merken, dass der Verabschiedung wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei sei sie genauso wichtig wie die Begrüssung. Sie empfehlen deshalb, sich auch am Ende einer Begegnung Zeit für sein Gegenüber zu nehmen und sich ein kleines Ritual zu überlegen. Die Journalistin zum Beispiel begleiten die beiden Knigge-Profis mit netten Worten zum Auto.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: