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Tagblatt Online, 10. Februar 2009, 01:04 Uhr

Die Kirche freut's: Tanzverbot in Karwoche bleibt

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Grossrat Bruno Ulmann rief die Knackpunkte in Erinnerung. (Bild: Bild: dsc)

Also doch: Innerrhoden steht zu seinen katholischen Wurzeln und macht die Lockerung des Tanz- und Unterhaltungsverbots während der Karwoche wieder rückgängig.

roger fuchs

appenzell. Die Detailberatung des Gastgewerbegesetzes ging in zweiter Lesung zügig vonstatten. Vor dem Eintreten rief Bruno Ulmann, Präsident der Kommission für Recht und Sicherheit (Reko), die zentralen Punkte, die in erster Lesung zu diskutieren gaben, in Erinnerung: Zuständigkeiten für die Prüfungsfächer, der Alkoholausschank in Alphütten und das Tanzverbot während der Karwoche. Letzteres sei in erster Lesung mit einer Beschränkung nur auf den Karfreitag doch etwas zu loyal ausgelegt worden für den katholischen Kanton Appenzell Innerrhoden, sagte Ulmann.

Karwoche bleibt tanzfrei

Mit diesen Ausführungen lieferte Bruno Ulmann Grossrat Josef Manser sozusagen einen Steilpass. Als Vertreter der Kirchen liess es sich Manser nicht nehmen, intensiv dafür zu werben, das Tanz- und Unterhaltungsverbot während der Karwoche nicht nur auf den Karfreitag zu beschränken. Es gehe hier um den höchsten christlichen Feiertag, begründete Manser. Ausserdem würden sich viele Menschen aufregen über die Auswüchse und die Nebenerscheinungen, welche die übertriebene Betriebsamkeit vielfach mit sich bringe. Der Grosse Rat folgte Josef Manser und machte den Entscheid aus erster Lesung rückgängig. Folglich bleibt das Tanz- und Unterhaltungsverbot während der ganzen Karwoche bestehen. Der Bezirksrat kann jedoch weiterhin Ausnahmen gestatten. Mansers Antrag, diese nur auf geschlossene Gesellschaften zu beschränken, blieb chancenlos.

Für verschiedene Interpretationen sorgte der Gesetzesabschnitt, wonach auf einer zu einem patentpflichtigen Betrieb gehörenden Aussenfläche Unterhaltungsanlässe zwischen 20 und 23 Uhr nur mit Bewilligung des Bezirksrates gestattet und ab 23 Uhr verboten sind. Ruedi Eberle sprach in der Folge von einer Ungleichbehandlung gegenüber Festwirtschaften bei Vereinsanlässen. Er forderte deshalb ab 20 Uhr eine generelle Bewilligung des Bezirksrates. Erich Fässler, Hauptmann von Appenzell, bat um Ablehnung des Antrags. Eberles Antrag unterscheide nicht zwischen Alltag und speziellem Anlass. Der Grosse Rat beliess es schliesslich bei der bisherigen Formulierung.

Zuständig für Prüfungsfächer

Keine Diskussionen mehr löste die Zuständigkeit für die Prüfungsfächer und Prüfungsbedingungen zur Erlangung des Wirtepatents aus. In erster Lesung regte Grossrat Ruedi Ulmann an, das entsprechende Reglement von der Gastro AI unter der Leitung des Vorstehers des Justiz-, Polizei- und Militärdepartementes ausarbeiten zu lassen. Die Standeskommission stellte in ihrer Botschaft zuhanden des Grossen Rates jedoch klar, dies sei Sache des Staates und nicht einer privaten Berufsorganisation. «Wir können mit diesem Argument leben», sagte Ulmann.

Verschiedene Ergänzungen waren gänzlich unbestritten, so beispielsweise Pensionen durch pensionsähnliche Angebote zu ergänzen und «Schlafen im Stroh» als neue Beherbergungsform als Untervariante von Pensionsbetrieben ins Gesetz aufzunehmen.



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