Tagblatt Online, 14. Februar 2009 01:00:53
«Design-box Mannheim»
Je länger je mehr setzen Bauherrschaften auf Fertighäuser. Die Firma «GriffnerHaus Schweiz AG» in Niederteufen spürt denn auch absolut nichts von einer Rezession.
Roger Fuchs
Niederteufen. «Oft verstehen Kunden unter Fertighäusern Gebäude, die man wie in einem Kleiderladen ab der Stange kaufen kann», sagt Gerhard Hackenberg von «GriffnerHaus Schweiz AG», der Tochterfirma des österreichischen Unternehmens «GriffnerHaus». Und er revidiert die Vorstellung: Seine Firma verstehe unter Fertighäusern, dass der Kunde die Innenraumaufteilung frei und flexibel gestalten könne. Auch der Rohbau, also die Aussenhülle, müsse nicht zwingend aus dem Prospekt übernommen werden. Laut Hackenberg sind analog eines Rastersystems Grössenanpassungen möglich. Des Weiteren präzisiert er das Versprechen, Kunden könnten nach Bauende das Haus schlüsselfertig übernehmen. Schlüsselfertig bedeute «ohne Keller und ohne Küche». Dies seien dermassen individuelle Hausbereiche, dass «GriffnerHaus» auf Wunsch zwar Anbieter vermittle, jedoch nicht selbst liefere. Die komplette Bauzeit bei Fertighäusern hängt laut Hackenberg wie bei anderen Häusern nicht zuletzt von den Behörden und dem Baubewilligungsverfahren ab. Als Grössenordnung nennt er neun Monate ab Vertragsunterzeichnung bis zum Einzug.
Fertige Elemente
Das Bausystem bei Fertighäusern funktioniert wie folgt: Die mehrschichtigen Wände und Decken inklusive Isolation, Kabelkanälen, Fenster und Aussentüren werden in einer Werkhalle gefertigt. Sind alle Elemente bereit, werden sie zur Baustelle transportiert, wo gleich nach dem Zusammensetzen der Innenausbau starten kann. «Eine Trocknungszeit entfällt, da die Elemente in der Werkhalle weder Regen noch Schnee ausgesetzt sind», lobt Gerhard Hackenberg einen der Vorteile. Dies wirkt sich mitunter auch auf die Bauzeit aus, die folglich kürzer wird.
Das Gerippe der Wandelemente besteht ausschliesslich aus Holz. Je nach Aussen und Innenverkleidung der Wände ist am Ende davon nicht mehr viel zu sehen; das gilt auch beim derzeitigen Renner, dem Haustyp namens «Design-box Mannheim» aus der Design-Linie von «GriffnerHaus». Die «Design-box Mannheim» ist ein kubisches Flachdachhaus. Das Balkonmodul im Obergeschoss markiert gleichzeitig die überdachte Terrasse im Erdgeschoss. Charakteristisch sind auch die grossen Fenster. Kosten: ab 600 000 Franken aufwärts, je nach individuellen Innenausbauwünschen.
Für weniger gut betuchte Kunden gibt es günstigere Fertighäuser. Die Billigsten kosten 350 000 Franken.
Wasser: der ärgste Feind
Einen der meist genannten Nachteile, bei Fertighäusern sei es schwierig, nach Bauabschluss Änderungen vorzunehmen, weist Hackenberg zurück: «Unsere Wände bestehen aus verschiedenen Ebenen. In der sogenannten Installationsebene können nachträglich Leitungen den Ansprüchen entsprechend neu verlegt und Steckdosen versetzt werden.» Kein Nachteil, aber speziell zu beachten bei Holzbauelementen, sei ferner, dass diese nicht im Erdbereich zu stehen kommen. «Wasser ist der ärgste Feind des Holzes», sagt Hackenberg. Je nach Topographie empfiehlt er deshalb, im Kellerbereich auf den Werkstoff Beton zu setzen.
Wer mit einem Fertighaus liebäugelt, muss laut Gerhard Hackenberg flexibel sein. Grund: Die Statik setzt den Holz-Wandelementen Grenzen. Bei einem Holzbau brauche es viel eher eine Deckenstütze, als bei einem Betonbau. Flexibilität empfiehlt er Bauinteressenten auch punkto Bauland. Solches zu finden sei mitunter eines der schwierigsten Unterfangen. Auch bei Fertighäusern mache eine konkrete Planung erst Sinn, wenn Land vorhanden sei. Für 3000 Franken bietet «GriffnerHaus» einen Grundstückservice an und macht sich im Auftrag der Kunden auf die Suche. Immer wieder bekämen sie auch Angebote von Landbesitzern. «Derzeit haben wir ebensolche aus Waldstatt und Speicher», sagt Hackenberg.
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