Tagblatt Online, 23. Juli 2008 01:10:49
Brückenschlag
Peter Witschi beim Jakobsbrunnen an der Herisauer Bachstrasse. (Bild: Bild: hps)
HERISAU. Der Ausserrhoder Staatsarchivar Peter Witschi ist Autor eines Führers zum Jakobsweg und fasziniert vom Phänomen
Wann kamen Sie erstmals mit dem Jakobsweg in Kontakt?
Peter Witschi: Das war vor vielen Jahren, in meiner Zeit beim Staatsarchiv Luzern, als ich mit Thurgauer Initianten wegen eines Rechtsstreits über ein Teilstück Kontakt hatte, der bis vor Bundesgericht ging.
Was fasziniert Sie an diesem Pilgerweg mit dem Ziel Santiago de Compostela, dass Sie sich intensiv damit befassen?
Peter Witschi: Isolierte Kulturobjekte, hier eine Kapelle, da eine Kirche, dort eine Brücke bekommen plötzlich einen Zusammenhang. Der Weg schafft eine Verbindung, einen Brückenschlag und ist nicht einfach eine Strecke von A nach B mit verschiedenen sehenswerten Einzelobjekten. Zudem werden mit diesem Weg Ländergrenzen überschritten und bewusst internationale Anknüpfungen gesucht und gefunden, wie gerade beim jüngst lancierten Stück, dem «Appenzellerweg» Rankweil-St. Peterzell, der durch Innerrhoden und Urnäsch führt.
Offenbar besteht bei solchen Pilgerwegen seit längerem ein regelrechter Boom. Weiss man etwas, wie das Schweizer oder Appenzeller Teilstück frequentiert ist?
Peter Witschi: Auf dem spanischen Schlussstück sind Hunderttausende unterwegs, zu Fuss, mit dem Velo, mit dem Pferd. Es ist nicht unbedingt ratsam in der Hochsaison nach Santiago zu pilgern. Bei uns sind es zwischen Mai und Oktober wohl ein paar hundert pro Monat.
Aber eine Statistik oder einen Pilgerstempel, wie neu in Innerrhoden erhältlich, gibt es nicht?
Peter Witschi: Nein, aber ein kleines Indiz ist zum Beispiel, dass es meines Wissens regelmässig Leute gibt, die in der Pilgerherberge im St. Galler Linsebühlquartier übernachten. Interview: hps
- Artikel empfehlen:






Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben