Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 30. April 2011, 01:07 Uhr

Molkerei Forster feiert 30-Jahr-Jubiläum

Was vor dreissig Jahren klein begann, ist mittlerweile ein stattlicher Betrieb mit 21 Mitarbeitenden: Aktuell verarbeitet die Molkerei Forster in Herisau 5,5 Mio. Liter Milch – Tendenz steigend. Nun zeichnet sich ein Generationenwechsel ab: Ruedi Forster tritt in die Geschäftsführung ein.

patrik kobler

herisau. Markus Forster möchte gerne kürzertreten. Bis 85 Stunden pro Woche arbeitet er derzeit. Das Geschäft brummt. Im letzten Jahr hat die Firma, die er und seine Frau Heidi vor dreissig Jahren gegründet haben, ein Wachstum von 25 Prozent verzeichnet, in diesem Jahr geht es im gleichen Stil weiter. Massgeblich zum Wachstum beigetragen hat der Auftrag von Lidl. Die Molkerei Forster stellt seit 2008 sämtliche Schweizer Joghurts des deutschen Discounters her. Am Anfang hat sie 13 Filialen beliefert, Ende Jahr werden es bereits deren 90 sein. Lidl ist eines von vier Standbeinen des Unternehmens. Die drei anderen sind die Aufträge für Spar, die Abfüllung von Fruchtsäften sowie die Produktion für den Detailhandel. 95 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Molkerei Forster ausserhalb von Herisau.

Mit «Milchlädeli» begonnen

Angefangen hat alles klein und beschaulich: 1981 übernahmen Heidi und Markus Forster ein drei auf vier Meter grosses «Milchlädeli» in der Windegg. Ein Jahr später bauten sie dieses um. Trotzdem zeichnete sich bald ab, dass der Laden alleine ihre Existenz nicht sichern konnte. Und so suchten sie nach Alternativen. «Wir merkten, dass regionale Produkte gefragt sind», so Markus Forster. Sie eröffneten eine eigene Molkerei und produzierten ab 1991 an der Föhrenstrasse eigene Joghurts. Zudem füllten sie regionale Milch in Glasflaschen ab, was sich damals zum grossen Renner entwickelte. Die Hinterländer setzten auch frühzeitig auf Bio-Milch. Die Bauern zum Mitmachen zu bewegen, sei damals nicht einfach gewesen, erinnert sich Markus Forster. Verarbeitete die Molkerei in den ersten Jahren 500 000 Liter Milch, verdoppelte sich diese Zahl bis 1996 auf eine Million Liter. Heute sind es sogar 5,5 Millionen Liter. Mit einer Investition von mehreren Hunderttausend Franken in eine neue Joghurtmaschine erhöht sich die Kapazität noch einmal.

Ums Überleben gekämpft

In der dreissigjährigen Geschichte hatte die Firma aber auch Rückschläge zu verzeichnen. Fünf Jahre lang lieferte die Molkerei Forster der Swissair sämtliche Bio-Produkte. Weil man durch diesen Grossauftrag mehr Platz benötigte, verlegte man den Produktionsstandort von der Föhrenstrasse ins Kreuzweg-Quartier. Mit dem Swissair-Grounding im Herbst 2001 folgte dann aber die jähe Zäsur. Die Aufträge gingen verloren, und der Molkerei-Betrieb hatte in der Folge hart ums Überleben zu kämpfen. Die neue Produktionsstätte entpuppte sich dann als grosses Glück. Hier bot sich die Möglichkeit, vielfältige Anfragen auszuführen. «Zu Swissair-Zeiten stellten wir acht Produkte her, jetzt sind es hundert», so Markus Forster. Dadurch sei man heute auch weniger von einem Grosskunden abhängig. «Wenn uns jemand abspringt, geht es trotzdem weiter.»

Sohn steht als Nachfolger bereit

Im Moment sind freilich keine Wolken in Sicht. Im Gegenteil: Obwohl die Molkerei knapp 20 Mitarbeitende beschäftigt, kann sich der Firmenchef nicht auf dem Kanapee ausruhen. Allmählich will er jetzt die Verantwortung aber seinem Sohn Ruedi übertragen, der seit 2001 im Betrieb mitarbeitet. Nun tritt der 30-Jährige auch in die Geschäftsführung ein. Die Ablösung erfolgt Schritt für Schritt; noch ist Markus Forster mit 53 Jahren zu jung für den Ruhestand. Er freut sich aber auf Entlastung.



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
keine

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder

 ...