Stadionvater Hans Hurni ist tot

FC ST.GALLEN ⋅ Hans Hurni, der ehemalige Kantonalbankdirektor, Präsident des FC St.Gallen und "Stadionvater", ist im Alter von 91 Jahren gestorben.
Aktualisiert: 
07.12.2017, 15:00
07. Dezember 2017, 15:24
René Rödiger - "FM1 Today"

Hans Hurni, der ehemalige Kantonalbankdirektor, Präsident des FC St.Gallen und "Stadionvater", ist am Mittwoch im Alter von 91 Jahren gestorben. Hans Hurni gehörte zu den wichtigsten Personen rund um St.Gallen. Auch wenn er sich selbst nie in den Mittelpunkt stellte. Jetzt ist Hurni tot, wie das Alters- und Pflegeheim Vita Tertia in Gossau gegenüber FM1Today bestätigt.

Verbunden bleibt der Name und die Person Hurni immer ganz eng mit dem FC St.Gallen. Anfang der 1990er-Jahre rettete er nach seiner Pensionierung als Direktor der St.Galler Kantonalbank zusammen mit anderen Personen den damals maroden FCSG vor dem Konkurs. Rechtsanwalt Eugen Mätzler, ein ehemaliger Spieler und Funktionär des FC sowie Nachbar Hurnis, überzeugte ihn davon. "Ich habe damals in einer schwierigen Zeit einen Nachfolger beim FC St.Gallen gesucht. Hans Hurni wusste eigentlich nicht viel über Fussball, hat sich aber sofort eingearbeitet und Feuer gefangen", sagt Mätzler.

In der Folge wurde Hurni zum neuen Präsidenten des Clubs gewählt. Mätzler: "Hans Hurni konnte viele Erfolge feiern. Vielleicht nicht unbedingt sportliche, aber insbesondere das neue Stadion war ein grosser Erfolg. Das würde nicht stehen, wenn es Hans Hurni nicht gegeben hätte."
 

Kampf für Stadion und Hotel

Dass der FC St.Gallen heute im Kybunpark spielt, verdankt er ebenfalls Hurni. Gegenüber dem "Tagblatt"  sagte er jedoch, dass er das Stadion "nicht als mein Denkmal oder Vermächtnis" sehen wolle.

Eugen Mätzler sagt: "Hans Hurni war eine Persönlichkeit mit viel Lebenserfahrung. Er hat immer die grossen Zusammenhänge gesehen. Die Region schuldet ihm viel."

2007 zog Hurni ins Hotel Radisson Blu in den 9. Stock. Hurni hat lange für das Hotel und das Casino gekämpft, so lag ein Umzug aus St.Georgen nahe. Anfangs 2017 musste der damals 90-Jährige dann ins Alters- und Pflegeheim Vita Tertia in Gossau ziehen. Im "Tagblatt" sagte Hurni noch im März: "Für die meisten beginnt hier der letzte Abschnitt des Lebens. Auch meine Endstation wird hier sein." Angst vor dem Sterben habe er jedoch nicht. Hurni: "Ich bin vielmehr froh und dankbar, dass ich am Leben teilnehmen kann."
 

Kommt jetzt der Hans-Hurni-Weg?

Als das neue Stadion im Westen der Stadt entstand, wollten einige Leute die beiden Passerellen über die Autobahn nach Hans Hurni benennen. Allerdings ist das laut Namenskommission der Stadt nicht möglich bei lebenden Personen. Jetzt, da Hans Hurni gestorben ist, wäre der Weg frei. Hurni selbst sagte dazu zu Lebzeiten: "Hans-Hurni-Weg - doch, das würde mir gefallen."

Hans Hurni hinterlässt einen Sohn, seine Ehefrau verstarb früh.

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