Einigung im Fachhochschulstreit: Die Verlobung ist gelungen

KOMMENTAR ⋅ Die Regierungen haben sich im Zwist um die Fachhochschulen geeinigt. Mit der Neuorganisation muss es dringend vorwärts gehen, schreibt Redaktor Adrian Vögele in seinem Kommentar.
13. April 2018, 15:39
Adrian Vögele

Es ist ein Durchbruch auf schwierigem Terrain: Die Regierungen der Ostschweizer Kantone und zugewandter Orte haben sich darauf verständigt, wie die hiesige Fachhochschullandschaft künftig aussehen soll. Der Plan der St. Galler Regierung, die drei Schulen in St. Gallen, Buchs und Rapperswil unter einem Dach zu vereinen, kam zunächst nicht überall gut an. Skeptisch waren insbesondere der Thurgau und der Kanton Schwyz.

Umso erfreulicher ist das Signal, dass alle beteiligten Regierungen hinter dem Einheitsmodell stehen. Mit der Neuorganisation muss es dringend vorwärts gehen, nur schon aus rechtlichen Gründen: Bis Ende 2022 muss sich die Fachhochschule Ostschweiz neu strukturiert haben, damit sie die Bedingungen für die Akkreditierung des Bundes auch in Zukunft erfüllt.

Für die drei St. Galler Fachhochschulen ist der Schritt aus einem anderen Grund noch wichtiger: Sie sind im nationalen Vergleich klein und kämpfen um Marktanteile. Der organisatorische Zusammenschluss kann ihnen daher nur dienen. Ganz im Trockenen ist die Fachhochschul-Heirat freilich noch nicht: Das neue Konkordat wird erst ausgearbeitet, Parlamentsentscheide stehen noch an. Es ist jetzt zentral, dass sich die Kantone nicht in Detaildiskussionen verheddern, sondern die Fachhochschulen gemeinsam und zügig voranbringen.


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