Das Erbe Dölf Frühs

FCSG-AKTIENANTEILE ⋅ Die FC St.Gallen Event AG vermarktet sowohl den FC St.Gallen als auch den Kybunpark. Wie aber sind die Aktienanteile der Event AG und der FCSG AG verteilt? Und wer sind die Köpfe im Verwaltungsrat? Ein Überblick über Dölf Frühs Erbe.
12. September 2017, 10:17
Der ehemalige Präsident Dölf Früh betonte immer wieder, dass der FC St.Gallen der Region gehöre und kein "Spekulationsobjekt" sei. Seit dem Herbst 2010 konzentriert sich die Macht in der Event AG und damit bei privaten Personen. Das aktuelle Konstrukt ging aus der Rettung des Clubs im November 2010 hervor. Die heutige Event AG ist die Nachfolgerin der damaligen Betriebs AG. Die Stadion St.Gallen AG - Besitzerin des Kybunparks - ist nicht Teil des FC St. Gallens. Die FC St.Gallen Event AG ist bei der Stadion AG eingemietet.

Auch wenn mit der FC St.Gallen Event AG und der FC St.Gallen AG zwei juristische Einheiten bestehen, ist der Verwaltungsrat in beiden Aktiengesellschaften derselbe. So ist er derzeit zusammengesetzt:


Dölf Früh ist mit 48,86 Prozent der Aktien nach wie vor Hauptaktionär der FC St. Gallen Event AG. Diese hält ihrerseits 41,35 Prozent der FC St. Gallen AG, an der neben diversen Kleinaktionären (40,52 Prozent) und der Priora-Gruppe (9,88 Prozent) auch Dölf Früh direkt mit 8,25 Prozent der Aktien beteiligt ist. 



Was passiert aber, wenn Dölf Früh seine Aktien von 48,86 Prozent verkauft?
Sollte Früh seine Aktienanteile an der Event AG verkaufen wollen, hätten die bisherigen Aktionäre Edgar Oehler (12,12 Prozent), Steffen Tolle (9,76 Prozent), Pascal Kesseli (9,76 Prozent), Martin Jäger (4,88 Prozent), Rolf Schubiger (4,88 Prozent), die Schützengarten AG (4,88 Prozent) und Stefan Hernandez (4,88 Prozent) Vorkaufsrecht, dies im Verhältnis ihrer derzeitigen Anteile. Das heisst, dass zum Beispiel Edgar Oehler maximal 12,12 Prozent dazukaufen kann, also seinen Anteil auf 24,24 Prozent verdoppeln.

 


Wenn alle bisherigen Aktionäre ihr Vorkaufsrecht vollständig ausüben wollen, können sie nicht ganz verdoppeln, da sie ja schon 51,14 Prozent besitzen und Dölf Früh "nur" 48,86 Prozent.
 
Genauer heisst das: Rechnet man mit 51,14 Prozent und 48,86 Prozent, dann kann Edgar Oehler anteilsmässig 12,12 Prozent : 51,14 Prozent x 48,86 Prozent kaufen, was gut 11,57 Prozent ergibt. Oehler hätte damit total knapp 23,7 Prozent. Immer unter der Voraussetzung, dass er und auch alle anderen das Vorkaufsrecht voll ausnutzen wollen. Edgar Oehler lässt sich in Bezug auf seine Absichten nicht in die Karten blicken. Ob er weitere Aktien dazukaufen wolle, hänge vom Umfeld ab. "Und das ist gegenwärtig undurchsichtig." Zu den jüngsten Vorkommnissen und öffentlichen Streitereien rund um den FC St.Gallen wolle er sich nicht äussern. "Ich finde es aber schade, was jetzt passiert. Das tut dem Club nicht gut." Zu Dölf Früh habe er aber immer ein gutes Verhältnis gehabt. Auch weitere Aktionäre, die von "Tagblatt online" zu weiteren Aktienkäufen angefragt wurden, hielten sich bedeckt
 
Wollen nicht alle Bisherigen kaufen, werden die freiwerdenden Aktien unter den interessierten Bisherigen aufgeteilt. Wenn die bisherigen Aktionäre nicht von ihrem Kaufrecht Gebrauch machen, kann der verkaufswillige Aktionär einem Dritten frei verkaufen. (lex/jw/SGT)

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