Beni Würth fordert gemeinsame Anstrengungen für die Bildung

FINANZSCHWACH ⋅ Die ressourcenschwachen Ostschweizer Kantone sollen ihre Kräfte in der Bildungspolitik bündeln: Dies verlangt Benedikt Würth, Präsident der Ostschweizer Regierungskonferenz.
09. Oktober 2017, 19:55
Adrian Vögele
Die Ostschweizer Regierungskonferenz (ORK) hat am Montag eine Studie zur Entwicklung der Wirtschaft und der öffentlichen Finanzen in den Ostschweizer Kantonen präsentiert. Hintergrund sind die bevorstehenden Debatten über die Neuregelung des Bundesfinanzausgleichs. Analysiert wurden nebst St.Gallen, dem Thurgau und beiden Appenzell auch Graubünden, Glarus und Schaffhausen – all diese Kantone beziehen Geld aus dem Finanzausgleich. Mit der Studie will die ORK die Gründe dafür darlegen.  Die Analyse der Hochschule Luzern kommt zum Ergebnis, dass die Wirtschaft in der Ostschweiz überdurchschnittlich stark wächst. Wertschöpfung und Einkommen sind jedoch unterdurchschnittlich.  Die Ostschweiz ist geprägt von Branchen wie der traditionellen Industrie und dem Bauwesen, die weniger ertragsstark sind als etwa die Finanzbranche oder die Pharmaindustrie in anderen Regionen. Deshalb habe die Ostschweiz weniger Ressourcen als andere Kantone. Zugleich zeigt die Studie, dass in der Ostschweiz haushälterisch mit den öffentlichen Finanzen umgegangen wird.
 

Demografieproblem besonders ausgeprägt

Die Überalterung der Bevölkerung – mit hohen Kostenfolgen etwa für das Gesundheitswesen  – wird die Ostschweiz laut Studie besonders stark treffen. Dies, weil jüngere Fachkräfte oft abwandern. Um dieser Entwicklung vorzubeugen und die Ressourcen zu stärken, brauche es besondere Anstrengungen, sagte ORK-Präsident Benedikt Würth.  «Eine gemeinsame Ostschweizer Agenda ist dringend nötig, insbesondere für Bildung, Forschung und Innovation.» Wie diese aussehen könnte, sei noch offen. Die ORK wird die Studienresultate am Olma-Treffen den Präsidenten der Bundesratsparteien präsentieren. 

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