Vor 50 Jahren wurde der «Adler» abgerissen

HEIDEN ⋅ Am heutigen Standort von Coop-Center und Raiffeisenbank befand sich bis 1968 der «Adler».
12. April 2018, 05:20

Für Vorderländer und Rheintaler war der nahe beim Bezirkskrankenhaus gelegene «Adler» ein beliebter Treffpunkt. Zum Haus mit Fremdenzimmern gehörte auch ein später angebauter Saal, der sich immer wieder als Ort für Vereinsanlässe und Familienfeiern bewährte. Früher gehörte zum «Adler» auch eine Weinhandlung, wobei vor allem Rebensäfte aus dem Tirol angeboten wurden.

«Seit eh und je galt der ‹Adler› als gut frequentierte Wirtschaft, in der sich Gäste aus allen Bevölkerungsschichten begegneten und wohlfühlten», schreibt Ruedi Rohner in seiner Broschüre «Kurort Heiden». «Es waren verschiedene Ehepaare, die den Betrieb seriös führten: so etwa der Kaminfeger Seitz mit seiner tüchtigen Gattin Laura und später die Familie Götti-Kübele.»

Ab 1923 wirtete Familie Glaus-Widmer im «Adler». Hier erblickte Otto Glaus das Licht der Welt. Später als renommierter Architekt tätig, tragen der Kursaal und das Hotel Heiden seine Handschrift. 1946 übernahm Familie Hans Inäbnit-Amsler den Gastbetrieb. Letzter «Adler»-Wirt war Joseph Baldegger, der die Liegenschaft an die Coop Rorschach veräusserte.

Heute steht da ein «unpassender Koloss»

Ruedi Rohner hält weiter fest: «1968 fuhren die Bagger auf und rissen den ‹Adler› sowie das nebenstehende Konsumgebäude innert kürzester Zeit nieder. Heute steht hier das neue Coop-Center, ein architektonisch undefinierbarer Koloss, der auch heute einfach nicht in unser Dorf passen will …» (pe)


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