Teufen senkt die Steuern

FINANZEN ⋅ Die Mittelländer Gemeinde will 2018 den Steuerfuss um 0,1 Einheiten reduzieren. Auch die Prognose für das laufende Jahr ist erfreulich.
30. September 2017, 05:19
Jesko Calderara

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jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch

Nur einen Tag nach dem Kanton Appenzell Ausserrhoden hat gestern Teufen seinen Voranschlag 2018 präsentiert. Die finanziellen Aussichten der Mittelländer ­Gemeinde sind dabei wesentlich erfreulicher als jene auf Kantons­ebene. Für das kommende Jahr plant der Gemeinderat gar eine Senkung des Steuerfusses um 0,1 auf 2,9 Einheiten. Dies gaben die Verantwortlichen gestern an einer Medienkonferenz zum Voranschlag 2018 bekannt.

Als Grund für den geplanten Schritt nannte Gemeinderat Markus Bänziger, Präsident der Finanzkommission, unter anderem die gute finanzielle Lage. «Wir sind netto schuldenfrei und ­damit gewappnet für allfällige Unsicherheiten.» Zudem habe Teufen in den letzten drei Jahren massgeblich Mehreinnahmen verzeichnen können und die ­Mittel haushälterisch eingesetzt. Bänziger wies in diesem Zusammenhang auf die zurückhaltende Investitionspolitik in der Vergangenheit hin. Aus diesen Gründen konnten die Ertragsüberschüsse für Zusatzabschreibungen verwendet und ins Eigenkapital übertragen werden. Dieses ­betrug Ende des letzten Jahres 9,2 Millionen Franken.

Ertragsüberschuss für 2018 geplant

Der Voranschlag 2018 sieht beim operativen Ergebnis ein Defizit von knapp 208000 Franken vor. Das Gesamtergebnis weist einen Ertragsüberschuss von 102000 Franken auf. Die Steuereinnahmen sind mit 32,9 Millionen Franken veranschlagt. Aufgrund der Steuerkraft erhöhen sich die Zahlungen in den kantonalen ­Finanzausgleich. Der Teufner Beitrag steigt auf über 4,2 Millionen Franken.

Der Gemeinderat plant nächstes Jahr Nettoinvestitionen von rund 8,1 Millionen Franken. In den Investitionsrechnungen enthalten sind Erneuerungsarbeiten an der Wasserversorgung, der Ersatzbau für den alten Kindergarten in Niederteufen ­sowie die Kosten für den Projektwettbewerb für das neue Oberstufenschulhaus, das nächstes Jahr vors Volk kommen wird. Mittelfristig werden die Zentrumsgestaltung, die Ortsdurchfahrt der Appenzeller Bahnen und der Bau des neuen Ober­stufenschulhauses zu höheren­ ­Investitionen führen. «In den nächsten Jahren steigt die Verschuldung wieder an», sagte Gemeindepräsident Reto Altherr. Trotzdem sei die Senkung des Steuerfusses langfristig vertretbar. Bänziger ging auch kurz auf das laufende Jahr ein. Er erwartet ein Ergebnis «im Rahmen des Vorjahres». 2016 erwirtschaftete Teufen einen Gewinn von ungefähr 4,2 Millionen Franken.

Abstimmung über das Budget am 26. November

Das letzte Wort zum Voranschlag 2018 und damit auch zur geplanten Steuersenkung werden die Stimmberechtigten haben. Über die Vorlage abgestimmt wird am 26. November. Am 7. November findet um 19.30 Uhr im Lindensaal eine ­öffentliche Orientierungsversammlung statt. Die detaillierte Broschüre zum Budget 2018 wird rechtzeitig allen Haushalten zugestellt.


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