Steuervorlage 17: Innerrhoden erwartet Steuerausfälle von zwei Millionen Franken

APPENZELL ⋅ Die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) hat provisorisch festgelegt, wie die Steuervorlage 17 umgesetzt werden könnte: Unter anderem soll der Gewinnsteuersatz auf 6 Prozent gesenkt werden. Gerechnet wird mit Einnahmeausfällen von unter 2 Millionen Franken.
13. Februar 2018, 13:18
Die Nachfolgerin der Unternehmenssteuerreform III, die Steuervorlage 17, ist vom eidgenössischen Parlament noch nicht beschlossen worden. Der Bundesrat hat die Botschaft dazu für Ende März angekündigt.

Verschiedene Kanton planen allerdings aufgrund des vorliegenden Entwurfs bereits die Umsetzung. So auch die Innerrhoder Standeskommission. Die Eckwerte seien allerdings nur "provisorisch", heisst es in der Mitteilung der Standeskommission vom Dienstag.

Konkret soll in Innerrhoden unter anderem der Gewinnsteuersatz von bisher 8 auf neu 6 Prozent gesenkt werden. Dafür könnten Gewinne, die im folgenden Jahr als Dividende ausgeschüttet werden, neu mit 4,5 Prozent, statt wie heute mit 4 Prozent besteuert werden.

Dies stärke die Position des Kantons im interkantonalen Steuerwettbewerb, argumentiert die Standeskommission. Gleichzeitig trage die Änderung zur internationalen Akzeptanz bei, weil die OECD eine minimale Gesamtsteuerbelastung verlange.

Die Auswirkungen der Steuervorlage auf den Kanton lassen sich noch nicht definitiv ermitteln. Die Ausfälle sollen jedoch unter 2 Millionen Franken betragen. Sobald verlässlich Zahlen vorlägen, wolle man mit den Bezirken und Gemeinden über Möglichkeiten "für einen gewissen innerkantonalen Ausgleich" diskutieren, so die Standeskommission.

Bei den übrigen Instrumenten in der Vorlage wolle man sich "auf die Minima" beschränken. Differenzen gibt es vor allem bei der Dividendenbesteuerung. Dort will die Standeskommission "am bewährten Teilsatzverfahren festhalten" und nicht das in der Steuervorlage vorgesehene Teilbesteuerungsverfahren anwenden.

Diese Forderung sei dem Bund gegenüber nochmals deutlich gemacht worden, heisst es in der Mitteilung. Eine bundesrätliche Vorgabe für eine Mindestbesteuerung von Dividenden aus qualifizierten Beteiligungen werde "als Eingriff in die kantonale Tarifautonomie" abgelehnt. (sda)

Anzeige: