Hoffen und Bangen um das Spital Heiden geht weiter

HERISAU/HEIDEN ⋅ Das Hoffen und Bangen um das Spital Heiden geht weiter. Die Führung des Ausserrhoder Spitalverbunds (SVAR) informierte am Freitag über eine angepasste Strategie. Diese setzt auf eine deutliche Zunahme der Patientenzahlen bis 2021.
07. Juli 2017, 10:00
Für das laufende Jahr gehen die Verantwortlichen des SVAR von einem Einbruch der Patientenzahlen in Heiden um knapp ein Drittel auf noch 2250 stationäre Fälle aus. Bis in vier Jahren soll das Regionalspital, das zuletzt Millionendefizite schrieb, wieder 2900 Fälle aufweisen.
Der Personalbestand bleibt unverändert bei 137 Stellen. Dies sei möglich, weil das Spital derzeit nicht voll ausgelastet sei, sagte CEO Paola Giuliani an einer Medienkonferenz in Herisau. Bereits heute helfe das Spitalpersonal von Heiden zum Teil in Herisau aus. In den kommenden Jahren sollen die Patientenzahlen in Heiden schrittweise wieder steigen.

Wichtige Rolle der Hausärzte

Damit die «Produktivitätssteigerung» gelingt, braucht es laut der SVAR-Führung grosse Anstrengungen: Noch stärkere Zusammenarbeit zwischen Herisau und Heiden, Optimierung der Prozesse, Anpassung des Leistungsspektrums und Kostensenkungen. Entscheidend sei auch, dass die Hausärzte wieder mehr Patientinnen und Patienten nach Heiden zuweisen.

SVAR-Verwaltungsrat Hugo Keune sprach von einem «harten Ringen». Der Übergang zur neuen Spitalfinanzierung sei in Ausserrhoden unglücklich verlaufen, sagte der Finanzfachmann und stellvertretende Direktor des Universitätsspitals Zürich. Die letzten zwei Jahre seien schmerzvoll gewesen. Die Sanierung des Spitals Heiden soll den Spitalverbund insgesamt stärken.

Auch Schliessung geprüft

Geprüft wurden laut Keune auch zwei Alternativen − eine Beschränkung auf ein ambulantes Versorgungszentrum in Heiden oder − «als ultima ratio» − eine Schliessung des Spitals. Falls es nicht gelingt, die Fallzahlen in Heiden wie geplant zu steigern, könnte bereits 2019 eines dieser Abbauszenarien aktuell werden.

Um alle Optionen offen zu halten, will die Ausserrhoder Regierung das Gesetz über den Spitalverbund revidieren: Die Spitalstandorte, bisher ausdrücklich im Gesetz verankert, sollen in Zukunft nicht mehr genannt werden. Die Vorlage geht − trotz Kritik in der Vernehmlassung − an den Kantonsrat, der voraussichtlich Ende Oktober darüber befinden wird. (sda)

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