Schläger angeheuert: Mildere Strafe für Landwirt aus Rehetobel

URTEIL ⋅ 20 Monate bedingt: Das Ausserrhoder Obergericht hat die Freiheitsstrafe gegen einen Bauern aus Rehetobel reduziert. Der heute 62-Jährige hatte vor sieben Jahren seinen Nachbarn durch Schläger verprügeln lassen.
27. Juni 2017, 12:18
Am Schuldspruch wegen Anstiftung zu Angriff, Körperverletzung und Hausfriedensbruch hielt das Obergericht fest, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Urteil hervor geht. Das Strafmass wurde deutlich gesenkt. Das Kantonsgericht hatte den Mann 2015 noch zu einer teilbedingten Strafe von 30 Monaten − davon zwölf Monate vollziehbar − verurteilt.
 

Brutal zusammengeschlagen

Zwei Gehilfen, die zusammen mit dem Bauern vor Gericht standen, verurteilte das Obergericht zu bedingten Freiheitsstrafe von je zwei Jahren. In einem Fall wurde damit das Strafmass ebenfalls gesenkt, im zweiten Fall bleibt es unverändert. Die beiden Männer hatten die Schläger angeheuert.

Die brutale Attacke liegt sieben Jahre zurück. Drei maskierte Schläger versteckten sich im Stall auf dem Hof des Opfers. Als der Landwirt seine Kühe melken wollte, schlugen ihn zwei der Täter mit Fäusten, Fusstritten und einem Holzstock mit Metallteil zusammen. Der dritte Täter stand Schmiere.
 

Opfer schwer verletzt

Das Opfer wurde schwer verletzt und lag tagelang wegen einer Hirnerschütterung, mehreren Brüchen und Rissquetschwunden auf der Intensivstation. Die Schläger waren vom Nachbarn des Opfers angestiftet worden und erhielten für die Tat 17'500 Franken. Als sie ihren Auftraggeber erpressten, ging dieser zur Polizei.

Die drei Schläger kamen bereits 2012 vor Gericht. Sie erhielten Freiheitsstrafen zwischen anderthalb und vier Jahren. Dass der auftraggebende Bauer und die beiden Helfer erst später vor Gericht kamen, berücksichtigte das Obergericht jetzt als strafmildernd. Zudem sollen Verfahrensfehler passiert sein.

Das Obergericht folgte bei der Strafzumessung auch einer neuen Praxis des Bundesgerichts, wie die Gerichtsschreiberin auf Anfrage erklärte. Das Verschulden des Bauern wurde als mittelschwer eingestuft.
 

Jahrelanger Streit

Der Bauer und seine beiden Gehilfen hatten die Tat gestanden. Als Motiv gab der Bauer 2015 vor Kantonsgericht an, er habe seit Jahren Streit mit seinem Nachbarn gehabt. Dieser habe versucht, seine Kühe zu vergiften. Er habe ihm einen Denkzettel verpassen wollen. (sda)

3 Leserkommentare

Anzeige: