Neues Spital wird konkret

WETTBEWERB ⋅ Das Siegerprojekt für das Spital in Appenzell steht fest. Der Kanton will es für weniger als 40 Millionen Franken realisieren. 2018 stimmt die Landsgemeinde darüber ab.
28. Juni 2017, 07:24
Roger Fuchs

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

Das Spital in Appenzell soll zu einem «Ambulanten Versorgungszentrum Plus» umgewandelt werden. Jetzt werden die Pläne fassbar. Gestern wurde das aus einem anonymen Wettbewerbsverfahren hervorgegangene Siegerprojekt präsentiert. Dieses sieht hinter dem aktuellen Spitalgebäude anstelle des heutigen Personalhauses einen in die Länge gezogenen Neubau vor. Wie Frau Statthalter Antonia Fässler und Bauherr Ruedi Ulmann ausführen, sind 15 Projekte eingegangen. «Zum Siegerprojekt erklärte die Jury jenes des Architektur­büros Schneider & Schneider aus Aarau», so Ulmann. Dem Büro sei es einerseits gelungen, beim Bauobjekt die gemachten Vorgaben bestens zu erfüllen, andererseits überzeuge auch die Umgebungsgestaltung. Der Architekturwettbewerb wurde von der Standeskommission aufgegleist, und er fand zwischen Dezember 2016 und April 2017 statt. Die Kosten dafür betragen 270 000 Franken.

Grosszügige Zugangsebene mit Wegnetz

Mit dem Neubau bekäme das Spitalareal in Appenzell ein neues Gesicht. Das heutige Gebäude mit dem Empfang würde zurückgebaut, später ebenso das ehemalige Pflegeheim. Stattdessen soll auf der Talseite des ambulanten Versorgungszentrums eine grosszügige Zugangsebene geschaffen werden. Vom heutigen Aussenparkplatz beim Arealeingang würden Fussgängerwege durch einen Grünraum zum Neubau führen. Das lang gezogene Erdgeschoss versinkt auf der einen Seite im Hang. Über dem offenen Teil des Erdgeschosses soll es zwei Stockwerke geben. Zuoberst wären die mehrheitlich nach Süden ausgerichteten Patientenzimmer, die Physiotherapie und Administration untergebracht. Im ersten Obergeschoss sollen Operationssäle, Sterilisation und Aufwachräume sein, wie Architekt Michael Jung vom Büro Schneider & Schneider sagt. Im Erdgeschoss wird die Gebäudelänge so genutzt, dass neben dem Haupteingang auch Hausarztpraxis, Notfall, Ambulatorium und Warenanlieferung unabhängig und direkt von aussen bedient werden können. Der Sockel soll äusserlich aus Sichtbeton bestehen, während die Ober­geschosse auf einem Raster mit Faserzementfüllungen aufbauen.

Wettbewerb vorgezogen

Anders als beim Hallenbad Appenzell soll für das neue Spital an der Landsgemeinde 2018 ein projektbezogener Baukredit zur Abstimmung gebracht werden. Beim Hallenbad war es ein Rahmenkredit ohne konkretes Projekt. «Wir wollten in diesem Jahr nicht zwei Rahmenkredite vorlegen und trotzdem beim Spital vorwärtsarbeiten», begründet Frau Statthalter Antonia Fässler. Folglich habe man in diesem Fall das Wettbewerbsverfahren vorgezogen. Noch gilt es nun, die Erstellungskosten zu optimieren. «Diese müssen unter 40 Millionen liegen», sagt Ruedi Ulmann. Im bisherigen Spitaltrakt (Haus B) sollen nach Abschluss des Neubaus die Staatsanwaltschaft und Polizei untergebracht werden.

Für Schneider & Schneider ist es nicht das erste Spitalprojekt: Erfolge können sie auch bei Spitalplanungen in Frauenfeld, Bern und Luzern vorweisen.

Alle Projekte können bis Sonntag, 2. Juli, im Alters- und Pflegezentrum Appenzell besichtigt werden, täglich 9 bis 18 Uhr.


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