Nach Crash mit Zug: Zehnjähriger Bub bleibt in kritischem Zustand

APPENZELL ⋅ Der Zustand des zehnjährigen Buben, der am Montagabend mit dem Mofa in einen Zug gefahren ist, ist weiterhin kritisch. Sein jüngerer Bruder erlitt einen Schock. Auch der betroffene Lokführer wird betreut.
16. Mai 2017, 11:55
Maria Kobler-Wyer
Trotz akustischem Warnsignal und einer Vollbremsung des Lokführers kollidierte ein zehnjähriger Bub, der auf einem Mofa unterwegs war, beim Bahnübergang Schopfhalde in Appenzell mit einem Zug der Appenzeller Bahnen. Dabei erlitt er schwere Kopfverletzungen. «Die Ärzte bezeichnen seinen Zustand als kritisch stabil», sagt Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden, gegenüber Tagblatt Online. Der siebenjährige Bruder, der in einer geschlossenen Anhängerkiste sass, erlitt laut Koster einen Schock und hat Kopfweh. Er liegt zur Beobachtung noch im Spital.

Der Bahnübergang Schopfhalde ist mit einem Andreaskreuz und einer Wechselblinkanlage ausgerüstet. «Der Bahnübergang entspricht den Vorschriften», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen, auf Anfrage. Der betroffene Lokführer werde betreut. «Ein solcher Unfall ist immer schwierig für einen Lokführer», sagt Liniger. «Wir bieten den Lokführern interne und externe Betreuungsmöglichkeiten.» Jeder Lokführer könne selber entscheiden, ob er Hilfe in Anspruch nehmen wolle und auch, wann er wieder einsatzfähig sei. «Der Vorgesetzte entscheidet dann, ob der Betroffene den Dienst wieder aufnehmen kann.» Dabei verlässt er sich laut Liniger auf seine Einschätzung und die langjährige Erfahrung. «Bei seiner ersten Fahrt nach dem Unfall wird der Lokführer vom Vorgesetzten begleitet», sagt Liniger.

Anfang Monat ist es schon einmal zu einem Unfall auf einem Bahnübergang gekommen. Ein Auto übersah in Urnäsch beim Bahnübergang Saien - der saniert worden ist- den Zug der Appenzeller Bahnen und kollidierte mit der Bahn. Beim Zusammenprall wurden ein Vater und seine zwei kleinen Söhne mittelschwer verletzt.
 

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