Migros - es tut sich was

HERISAU ⋅ Die Migros will in den kommenden Wochen das Baugesuch für den Neubau einreichen. Zurzeit laufen Gespräche mit den Anwohnern.
10. April 2018, 16:16
Patrik Kobler
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Beim Migros-Neubau im Herisauer Dorfzentrum dürfte es in den nächsten Wochen einen Schritt weitergehen. Darüber dürfte ein Grossteil der Bevölkerung froh sein, präsentiert sich das verlassene Gebäude doch in einem wenig attraktiven Zustand. Seit der Schliessung Anfang November 2016 ist der einstmals beliebte Treffpunkt im Dorf mit Gittern abgesperrt und die Eingänge zur Parkgarage sind mit Schalttafeln verschlossen. Kurz: Die Situation ist einem pulsierenden und attraktiven Kantonshauptort unwürdig. 

Fast schien es, als habe die Migros das Interesse am Projekt verloren – und dies, obschon 2015 an der Urne die Planungsgrundlagen mit einem Ja-Stimmenanteil von fast 85 Prozent angenommen wurden. Denn Onlinehandel und Einkaufstourismus lassen den Umsatz schmelzen. Ausserdem soll das Provisorium in Herisau gute Zahlen schreiben. Wozu also noch in ein grosses Einkaufszentrum investieren? «Tatsächlich übertrifft das Provisorium unsere Erwartungen», sagt Mediensprecherin Silke Seichter. Trotzdem: Die Migros Ostschweiz hält am Neubau fest. Mitte Mai, Anfang Juni soll das Baugesuch eingereicht werden. Zurzeit laufen Gespräche mit den Anwohnern. «Bevor wir das Baugesuch einreichen, möchten wir sie über unser Vorhaben informieren», sagt Mediensprecherin Seichter. 

Zur Erinnerung: Der Neubau dürfte um einiges grösser werden als das bestehende Gebäude. Die aktuelle Fläche ist gemäss Migros viel zu klein für eine effiziente Bewirtschaftung. Zudem soll der Neubau verschiedenen Bedürfnissen dienen: Einkaufen, Wohnen und Arbeiten. Geplant sind ein Supermarkt mit 2400 Quadratmetern Fläche mit einer Früchte- und Gemüseabteilung sowie bedienten Fleisch- und Käsetheken und eine Hausbäckerei. Ausserdem soll es verschiedene Läden von Schuhen über Mode bis zu Sportartikeln geben. Auch ein Kiosk sowie weitere Dienstleister wie ein Coiffeur sind vorgesehen. Zudem sollen Wohnungen entstehen. 

Allerdings hört man munkeln, dass das Projekt angepasst worden sei. Dazu äussern möchte sich Silke Seichter zum jetzigen Zeitpunkt nicht. «Es ist uns wichtig, erst die Gespräche mit allen Anwohnern zu führen. Wir möchten alle gleichbehandeln», sagt sie. Danach werde die Migros aber gerne auch die breite Öffentlichkeit informieren. 

Noch wagt Silke Seichter keine Prognose, wann die neue Migros in Herisau eröffnet wird. Klar ist: Vor 2022 wird das nicht der Fall sein. Denn die Bauzeit wird zweieinhalb Jahre dauern. Ob es Einsprachen gibt, wird man sehen. Rückmeldungen stimmen die Mediensprecherin aber zuversichtlich. «Wir spüren eine grosse Vorfreude, dass das Zen­trum wieder belebt wird.»

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