Lebensnotwendig ist Heiden nicht

KOMMENTAR ⋅ Die Führung des Ausserrhoder Spitalverbunds hält am Standort Heiden fest. Bis 2021 soll es eine deutliche Zunahme der Patientenzahlen geben. Wie viel Hoffnung schwingt bei dieser Entscheidung mit? Das fragt sich unsere Ostschweizredaktorin Regula Weik in ihrem Kommentar. Sie sagt: "Es sind harte Massnahmen notwendig."
07. Juli 2017, 16:16
Regula Weik
Die Ansage ist klar: Das Spital Heiden bleibt. Die Verantwortlichen des Ausserrhoder Spitalverbundes halten an ihm fest – obwohl die Finanzen im Keller sind, einzelne Ärzte Reissaus nahmen, die Patienten wegbleiben, die Bevölkerung verunsichert ist. Lässt sich der Verwaltungsrat vom Prinzip Hoffnung leiten? Fehlt ihm der Mut zu einem klaren Schnitt?
 
Das Spital Heiden ist ein Sanierungsfall. Um es gesunden zu lassen, sind harte Massnahmen notwendig. Der gestern vorgestellte Businessplan definiert diese für die nächsten drei, vier Jahre. Werden die Vorgaben erreicht, hat das Spital eine Zukunft. Werden sie verfehlt, ist die Umwandlung in ein Ambulatorium oder eher gar die Schliessung unausweichlich.
 
Grösste Herausforderung dürfte die angestrebte Anzahl Patienten sein – mindestens ein Viertel mehr als heute sollen es sein. Das gelingt nur, wenn auch das nötige qualifizierte Personal bleibt oder gefunden wird. Und wenn die Bevölkerung das Vertrauen zurückgewinnt. Bleiben die Patienten weg, ist es um Heiden geschehen. Alternativen gibt es ausreichend, private wie öffentliche, innerhalb des Kantons und erst recht ausserhalb. Regional- und gesundheitspolitisch ist ein Akutspital in Heiden nicht zwingend. Um so schwieriger wird es sein, den Existenzkampf zu gewinnen.

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