Kinder räumen auf

WALDSTATT ⋅ Zigarettenstummel, PET-Flaschen und sogar ein Sack vergammelter Kartoffeln. Das alles wird achtlos weggeworfen. Primarschüler befreiten gestern anlässlich des Clean-up-Days die Strassen vom Abfall.
09. September 2017, 10:01
Gianni Amstutz

Gianni Amstutz

gianni.amstutz@appenzellerzeitung.ch

Mit gelben Leuchtwesten ausgestattet und «bewaffnet» mit Abfallsäcken ziehen sie durchs Dorf. «Ich habe eine Zigarette gefunden», ruft ein Mädchen, hebt den Stummel auf und entsorgt ihn im Abfallsack, den eine Kollegin mitträgt. Was eigentlich die Aufgabe des Rauchers gewesen wäre, übernahmen gestern Vormittag die Primarschülerinnen und Primarschüler der Schule Waldstatt.

Im Rahmen des nationalen Clean-up-Days sorgten sie dafür, dass die Plätze und Strassen des Dorfes vom Abfall befreit wurden. Im Appenzellerland nehmen insgesamt vier Dörfer an der Kampagne teil. Neben Waldstatt waren auch in Herisau und Walzenhausen Schüler im Einsatz für saubere Strassen. Zudem findet heute in Rehetobel eine von der Gemeinde organisierte Aktion statt.

Kinder für das Thema sensibilisieren

Einen Grossteil des herumliegenden Abfalls machen Zigaretten aus. Aber auch PET-Flaschen, Alu-Dosen, einige Scherben von zerbrochenen Flaschen und sogar ein voller Sack mit vergammelten Kartoffeln landen in den Abfallsäcken der Putztruppe.

Sinn und Zweck der Teilnahme am Clean-up-Day sei es, die Kinder früh für das Thema Littering zu sensibilisieren, sagt To­bias Haag, der den Projekttag mitorganisiert hat. Bereits im vergangenen Jahr hat die Schule an der Aktion mitgemacht. «Ich denke, es ist eine sinnvolle Sache», sagt Haag. Er könne sich vorstellen, dass sich die Schule Waldstatt auch in den kommenden Jahren am Clean-up-Day beteilige. Der Entscheid werde jedoch im Team gefällt.

Neben dem «Fetzeln» im Dorf setzten sich die Kinder in Form eines Filmes mit dem Thema Abfalltrennung auseinander und wendeten ihr Wissen bei den von ihren Mitschülern eingesammelten Abfällen gleich selbst an.

Einen Beitrag für die Gemeinde leisten

Dass die Kinder etwas über das Thema lernen, sei nur ein Grund für die Teilnahme an der Putzaktion. «Für unsere Schule ist das eine Möglichkeit, einen Beitrag für die Gemeinde zu leisten», sagt Haag. Dieser Einsatz für ein sauberes Dorf wird von der Bevölkerung geschätzt, wie sich zeigt. Eine Frau belohnt die Kinder für ihre Arbeit mit einem Bonbon, eine weitere versorgt die Schüler mit Getränken.


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