Erste Bewerbungen liegen vor

SPEICHER ⋅ Auf den 1. Juni nächsten Jahres muss das Amt des Gemeindepräsidenten neu besetzt werden. Die Parteipräsidentenkonferenz hat die Stelle öffentlich ausgeschrieben. Und dies mit Erfolg.
04. Oktober 2017, 05:20
Astrid Zysset

Astrid Zysset

astrid.zysset

@appenzellerzeitung.ch

Vor wenigen Tagen ist das Inserat für die freiwerdende Stelle des Gemeindepräsidiums in Speicher erstmals in zahlreichen Ostschweizer Medien erschienen. Und das mit Erfolg. Drei Bewerbungen sind bereits eingegangen, wie Philipp Künzli, Präsident des Gewerbevereins, auf Anfrage sagt. Bei Künzli laufen die Bewerbungen zusammen. In Auftrag gegeben hat das Inserat jedoch die Parteipräsidentenkonferenz (PPK), bestehend aus je einem Vertreter der Parteien, des Einwohner- und Freizeitvereins Speicherschwendi, der Land- und alpwirtschaftlichen Genossenschaft und des Gewerbes. «Wir möchten mit offenen Karten spielen», begründet Künzli, ebenfalls Mitglied der PPK, das Vorgehen. Sonst würden vielleicht Stimmen laut, man habe die Neubesetzung «untereinander ausgehandelt». Und: «Für eine Gemeinde in der Grösse Speichers gehört eine öffentliche Ausschreibung dazu.» Daniel Bühler, FDP-Mitglied, sieht noch einen anderen Grund: «Viele hatten nicht mitbekommen, dass eine neue Gemeindepräsidentin, ein neuer Gemeindepräsident gesucht wird.» Gerade einmal 400 Personen in Speicher seien im Gewerbeverein, in Parteien oder anderen Institutionen aktiv. «Die übrigen 4000 wollten wir auch ansprechen. Nicht, dass jemand sagen kann, er hätte vom freiwerdenden Amt nichts gewusst.»

Interne Gespräche laufen weiter

Die Suche um eine geeignete Nachfolge begann schon vor dem Inserat. Im Juni hatte der bisherige Amtsinhaber Peter Langenauer aus Altersgründen seinen Rücktritt auf Mai 2018 angekündigt. Über den Sommer hinweg führten die Parteien Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten. Aufgrund dieser resultierten aber noch keine konkreten Bewerbungen. Das hätte nicht am Amt an sich gelegen, sagt Künzli. «Einige hatten gerade erst den Job gewechselt, bei anderen gaben familiäre Gründe den Ausschlag, von einer Kandidatur abzusehen.» Eine mögliche Kandidatur aus den eigenen Reihen könnte sich bei zwei Parteien aber doch noch abzeichnen. Zum einen ist dies bei der SVP Speicher der Fall. Parteipräsident ­Anick Volger gibt an, dass zudem noch weitere Gespräche mit Interessenten stattfinden würden. Um welche es sich bei der zweiten Partei handelt, welche auf eine interne Lösung setzen könnte, möchte Künzli noch nicht verraten. Die SP Speicher war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Das Ziel ist es, der Öffentlichkeit fünf bis sieben geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu präsentieren. Eine optimistische Prognose? «Nein. Wir erachten die Stelle als attraktiv», so Künzli. In Speicher laufe bezüglich Immobilien und Schulen immer etwas. «Es ist ein spannender Job mit viel Entscheidungskompetenz.» Die Bewerbungen werden von der PPK Anfang November vorsondiert. Anschliessend werden die Favoriten den Parteien vorgestellt. «Angestrebt wird, dass sich die Parteien auf eine oder mehrere gemeinsame Wahlempfehlungen einigen können», so Volger. Gelinge dies nicht, können die Parteien selbst entscheiden, welche Kandidaten sie unterstützen möchten.

Ab Mitte/Ende November soll der Wahlkampf beginnen. Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. November.


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