Ein Tag für heimisches Holz

GAIS ⋅ Bauwillige kümmern sich selten um die Herkunft des Holzes. Der Tag des Schweizer Holzes am nächsten Samstag will ein Umdenken herbeiführen. Bei der Nägeli AG lobt man die Qualität des hiesigen Rohstoffs.
13. September 2017, 05:19
Roger Fuchs

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Die Schweiz feiert ihr Holz. Diesen Samstag, 16. September, kann landesweit an über 80 Standorten die faszinierende Welt der Holzverarbeitung entdeckt werden – auch im Appenzellerland. Als einer der wenigen holzverarbeitenden Betriebe in der Ostschweiz verfügt die Nägeli AG in Gais über die Gesamtproduktion das Label «Schweizer Holz». «Voraussetzung dafür ist, dass wir über 80 Prozent des Holzes aus der Heimat beziehen», sagt Geschäftsführer Hannes Nägeli. Bei ihnen komme sogar dazu, dass die Mehrheit dieses Rohstoffs aus den Appenzeller Kantonen stamme. Entsprechend findet sich überall im Betrieb der Aufdruck «Appenzeller Holz».

Der Tag des Schweizer Holzes bietet die Möglichkeit, die komplette Holzverarbeitungskette an einem Tag zu erleben. Von der Aufarbeitung im Wald über den Einschnitt in der Sägerei bis zum fertigen Haus, Möbel oder Energieträger. Im Appenzeller Mittelland wird es zwischen 9 und 16.30 Uhr einen Shuttlebus geben, der alle 40 Minuten ab den Bahnhöfen Gais, Bühler, Teufen, Speicher und Trogen fährt. So geht es dann zu den Forstbetrieben Appenzeller Mittelland im Steineggwald, zur Sägerei Naef AG in Speicher und weiter zur Zimmerei/Schreinerei Nägeli AG. Zudem wird der Holzbauprofessor von der Berner Fachhochschule in Biel, Thomas Rohner, um 10.30 Uhr in der Nägeli AG über die Möglichkeiten im Holzbau referieren.

Die Vorzüge des Schweizer Holzes

«Der Tag des Schweizer Holzes soll das Bewusstsein von Bauwilligen schärfen, so dass diese vermehrt auf Schweizer Holz setzen und wissen, dass es dafür sogar zertifizierte Betriebe gibt», sagt Hannes Nägeli. Schweizer Holz habe eine höhere Qualität zu bieten als solches aus dem Ausland. Baubiologe Clemens Koller von der Nägeli AG hält dazu konkret fest, dass dies bereits bei der Waldpflege beginne. Überdies sei hierzulande kontrollierbarer, wann Bäume gefällt würden. «Auch gibt es die Möglichkeit, Mondholz zu ernten», so Koller. Dieses sei wesentlich ruhiger und weniger saftig. Unter dem Label «Schweizer Holz» passiert gemäss dem Baubiologen auch die Weiterverarbeitung in der Region und nicht in irgendeiner Indus­triesägerei. Dadurch würde die gesamte Wertschöpfung vor Ort bleiben. Ausgelernte Berufsleute stünden hinter dem Handwerk. Unisono versichern Hannes Nägeli und Clemens Koller, dass es im Appenzellerland noch genügend Holz gebe und nicht einfach wild drauf los gerodet werde. Es dürfe laut Gesetz nur gefällt werden, was nachwachse, so der Geschäftsführer. Das entsprechende Potenzial sei noch bei weitem nicht ausgeschöpft.

Die Nägeli AG in Gais, die heute rund 10 000 Kubikmeter Rundholz pro Jahr verarbeitet, kann in Sachen Heimat durchaus als Pionierin bezeichnet werden. «Vor über 15 Jahren hatte Hannes Nägeli den Mut, auf Holz in der Region zu setzen», lobt ihn der Holzplaner Lorenz Reifler. Bekannt ist die Firma insbesondere für ihr Produkt, die sogenannten Vollholzwände. Durch die Verwendung von Holzdübeln ist kein Fremdstoff wie Leim notwendig. Die dazu notwendigen Maschinen mussten erst entwickelt werden — und dies geschah, wie Hannes Nägeli betont, ebenfalls in der Region. Mehrheitlich gearbeitet wird bei der Nägeli AG mit Fichten- und Tannenholz. Seit den Anfängen mit wenigen Mitarbeitenden ist inzwischen ein Unternehmen mit 80 Angestellten in Gais und 20 in Speicher entstanden.

Alle weiteren Informationen rund um den Schweizer Tag des Holzes finden sich unter www.naegeli-holzbau.ch sowie www.woodvetia.ch.


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