Diesmal funktioniert das Überzahlspiel

EISHOCKEY ⋅ Der SC Herisau schafft den zweiten Heimsieg nacheinander. Die Entscheidung im 1.-Liga-Derby gegen Uzwil fällt spät. Ein Rückkehrer im Angriff ist auf dem Weg zum 5:3 ein wichtiger Faktor bei den Ausserrhodern.
04. Dezember 2017, 05:18
Lukas Pfiffner

Patrick Ammann klatschte jeden ab, der nach Spielschluss im Kabinengang erschien: Auf der linken Seite erhielten die Uzwiler von ihrem Sportchef Trost, auf der rechten Seite bedeutete der Klaps für die Herisauer eine Gratulation aus der Hand ihres langjährigen Captains.

«Mit fünf gegen fünf waren wir besser», bilanzierte Patrick Ammann. Aufgrund des letzten Drittels sei der Sieg der Herisauer aber nicht unverdient. Ein paar schwächere Minuten gegen Ende des ersten und letzten Drittels sowie ein paar Fouls zu viel verwischten bei den Gästen die grundsätzlich guten Eindrücke.

Die Wende gelang den Ausserrhodern in einem spannenden und lauten Derby spät. 51. Minute: Jeitziner schlägt die Scheibe von hinter der Grundlinie vor das Uzwiler Tor – Goalie Bauer lenkt sie ins Netz. 55. Minute: Timo Koller trifft mit vier gegen vier Feldspieler wuchtig im Fallen zur Führung. 56. Minute: Speranzino vollendet eine perfekte, direkte Powerplaykombination zum fünften Treffer, wird zum einzigen Doppeltorschützen des Abends.

Die Erleichterung bei Philipp Aerni

Ein zweiter Herisauer Angreifer rückte vorgestern in den Mittelpunkt: Philipp Aerni hatte fünf Wochen lang gefehlt. Bei seinem Comeback ermöglichte er zwar mit einem Foul den Gästen eine frühe Überzahl und das 0:1. Er durfte aber eine freiliegende Scheibe zum Ausgleich einschieben, er holte kurz vor der ersten Pause eine Strafe heraus, die Folgen hatte. Und er war mit seinem Instinkt und seinem Tempo ein wichtiger Faktor auf dem Weg zum zweiten Heimsieg des Tabellenletzten nacheinander. «Ich spüre die Schulter jetzt schon einwenig. Aber sie hat gehalten», meinte er nach der Partie. Etwas vorsichtig sei er ins Spiel gestiegen, nachdem er zwei ernsthafte Trainings hinter sich gebracht hatte. «Endlich hatten wir auch einmal ein wenig Spielglück», sagte der Flügelstürmer. Man müsse das letzte Drittel am Mittwoch in Arosa fortsetzen. Der SCH liegt nach 15 von 27 Qualifikationsrunden noch fünf Punkte hinter Uzwil, dazwischen sind Weinfelden und die Pikes klassiert.

Ammann glaubt an einen Kampf bis zuletzt

Uzwils Auftritte reichen von einem 0:6 zu Hause gegen Arosa bis zu einem ebenso erstaunlichen 9:1 wieder gegen die Bündner. «Es fielen beide Resultate zu hoch aus», relativiert Patrick Ammann. Der Uzwiler Sportchef geht davon aus, dass der Kampf um die Play-off-Plätze bis zuletzt anhalten wird. Auch die vordersten Teams Frauenfeld, Arosa und Wetzikon würden Punkte abgeben, wenn sie ein paar Leistungsprozente weniger abliefern.

Herisau – Uzwil 5:3 (2:1, 0:2, 3:0)

Sportzentrum. – 315 Zuschauer. – Sr. Eichenberger, Dufner/Zweidler.

Tore: 5. Jäppinen (Lemm, Ausschluss Aerni) 0:1. 13. Aerni (Jeitziner, Ausschluss Lipp) 1:1. 20. (19:22) Speranzino (M. Koller, Ausschluss Locher und Lipp) 2:1. 25. Bleichenbacher (Locher) 2:2. 27. Lemm (Müller) 2:3. 51. Jeitziner 3:3. 55. (54:36) T. Koller (Aerni, M. Koller, Ausschluss Homberger und Jäppinen) 4:3. 56. (55:49) Speranzino (M. Koller, Popp, Ausschluss Jäppinen) 5:3.

Herisau: Klingler; Homberger, Bulach; Bohlhalder, M. Koller; Olbrecht, Studerus; Bleiker; Popp, Pace, Speranzino; Grüter, T. Koller, Aerni; Bommeli, Hausammann, Jeitziner; Heinrich, Brügger, Biefer.

Uzwil: Bauer; Grigioni, Liechti; Steiner, Meyer; Rüfenacht, Bischof; Noser; Broder, Lemm, Muspach; Bleichenbacher, Locher, Jäppinen; Seiler, Lipp, Müller; Hohlbaum, Rotzinger, Grau; Holdener.

Strafen: Herisau 7-mal 2 Minuten, Uzwil 10-mal 2 Minuten.

Lukas Pfiffner

lukas.pfiffner@appenzellerzeitung.ch


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