Herisau: Ärger über Glühweinhütte aus St.Gallen

KONKURRENZ ⋅ Seit dem Christchindlimarkt steht auf dem Obstmarkt eine Glühweinhütte. Während sich die Gäste über das neue Angebot freuen, sind die Gastronomen nicht begeistert über die Konkurrenz.
06. Dezember 2017, 06:36
Karin Erni

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

An der neuen Glühweinhütte auf dem Herisauer Obstmarkt scheiden sich die Geister. Der Herisauer Gastrounternehmer Ralf Menet findet die Hütte schön gemacht und eine Belebung des Dorfes sei zu begrüssen. Er wundert sich aber, dass der Betrieb für einen derart langen Zeitraum bewilligt und obendrein ein Auswärtiger berücksichtigt worden sei. Dem pflichtet auch André Hermann von der Weinbar Vinum 33 bei. Er findet, die Gemeinde dürfte so etwas nicht zulassen. «Wir haben doch genug Gastronomen in Herisau. Wenn alle zusammenhalten würden, könnte man einen solchen Stand gemeinsam betreiben.» Das würde allen nützen. «Sonst ist bald das ganze Dorf tot.»

Benno Keel vom Amt für Volkswirtschaft entgegnet, von einheimischer Seite sei noch nie eine Anfrage für eine Glühweinhütte gekommen. «Es braucht einiges an Know-how und Finanzen, um einen solchen Stand zu betreiben.» Aus der Bevölkerung habe er bis jetzt ausschliesslich positive Rückmeldungen erhalten, so Keel.

Bewilligung war kein Problem

Betreiber der Hütte ist Harry Corbière aus St.Gallen. Er besitzt einige Fahrgeschäfte und hatte mit Benno Keel anlässlich des Herisauer Jahrmarkts zu tun. Er sei mit der Idee der Glühweinhütte an Keel herangetreten, sagt Corbière. Die Bewilligung sei unkompliziert erteilt worden. Am Christchindlimarkt sei der Stand gut gelaufen. Tagsüber und unter der Woche sei aber noch nicht so viel los, bedauert Corbière. «Wir sind mit kleinen Erwartungen angetreten und müssen noch einiges lernen.» Ein neues Angebot müsse sich zuerst herumsprechen, so der Schausteller. «Das Feedback der Gäste ist aber positiv, sie sind froh, dass etwas läuft.»

Kritik wegen gesperrter Parkplatzausfahrt

Einige Kritiker bemängeln, dass die obere Ausfahrt des Parkplatzes nun blockiert ist. «Das sei überhaupt kein Problem, findet Keel. «Zu- und Wegfahrt sind signalisiert. Zudem sind mit der neuen Platzgestaltung die Parkplätze so angeordnet, dass die Ein- und Ausfahrt besser möglich ist.» Die Ausfahrt im oberen Bereich, direkt über den Fussgängerstreifen, komme auch aus Sicherheitsgründen nicht in Frage. Für die vermieteten Parkplätze des Kantons seien Ersatzparkplätze signalisiert. Mit dem Start des Christbaumverkaufs zirka Mitte Dezember werde sich die Situation nochmals verändern, so Keel. «Aber mit der Parkgarage Gutenberg stehen genügend Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung.» Ob auch im kommenden Winter wieder eine Glühweinhütte auf dem Obstmarkt stehen wird, kann Keel noch nicht sagen. «Die Hütte ist noch bis zum Silvester offen, danach ziehen wir Bilanz.»


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