«Die Haltung von Pekingenten ist problemlos»

WALZENHAUSEN ⋅ Schweizer Pekingenten sind selten. Trotzdem oder gerade deshalb züchtet Franz Rutz diese Tiere. Die Schlachtung und die Vermarktung erfolgen ausserhalb des Kantons.
03. Oktober 2017, 05:17
Martin Brunner

Martin Brunner

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Das Kloster St. Ottilia Grimmenstein in Walzenhausen ist ein geruhsamer Ort. Da passen die Pekingenten von Franz Rutz als Pächter des klösterlichen Landwirtschaftsbetriebs ideal ins Bild. Seine 500 Tiere im Alter von 6,5 Wochen watscheln gemütlich auf der Weide herum, picken Gras auf oder planschen im Wasserbecken. Andere suchen im Stall Schutz vor der Wärme. Etwas schwierig wird es allerdings, als sich der Landwirt und sein Abnehmer Robin Geisser fürs Foto auf die Weide stellen. Die Enten sind zwar nicht menschenscheu, bleiben aber doch lieber auf Distanz.

«Vor rund drei Jahren suchte ich einen Ersatz für unsere Legehennen», erzählt Franz Rutz. «Da Robin Geisser einen Mäster für Pekingenten suchte, kam mir diese Möglichkeit gerade gelegen. Dies umso mehr, weil keine grossen Investitionen nötig waren.» Vormaststall für die Küken, Maststall und Weide für die Ausmast waren schnell eingerichtet. Deshalb ist er auch heute noch überzeugt von der Richtigkeit dieses Entscheides, denn die Pekingenten sind anspruchslos, problemlos zu halten und widerstandsfähig. Er brauchte noch nie Medikamente oder einen Tierarzt. Zudem kauft er die Tiere nicht, sondern Robin Geisser von der Firma Geflügelgourmet in Mörschwil stellt sie ihm für die Mästung zur Verfügung. «Wir haben herausgefunden, dass sich die Pekingenten im Vergleich zu anderen Enten für die Zucht gut eignen», sagt er. Trotz all dieser Vorteile ist Franz Rutz der einzige in der Schweiz, der diese Tiere während des ganzen Jahres züchtet.

Die Enten schlüpfen nach einer Brutzeit von vier Wochen einmal pro Monat in der Brüterei von Robin Geisser. Danach kommen sie sofort auf den Hof von Franz Rutz, wo sie die ersten zwei bis drei Wochen in einem heizbaren Vormaststall verbringen. Anschliessend leben sie im Maststall und auf der Weide. Im Alter von sechs bis neun Wochen werden sie geschlachtet, was zum Beispiel in der achten Woche etwas mehr als zwei Kilo Schlachtgewicht ergibt. Allerdings: «Die Futterverwertung ist relativ schlecht. Ein Huhn benötigt für ein Kilo Lebendgewicht rund 1,6 Kilo Futter, eine Pekingente 3,5 Kilo, was für ihre Mast sechs bis sieben Kilo Futter entspricht. Auch die Fleischausbeute ist geringer.»

Begehrte Edelstücke für die Gastronomie

Nicht ganz einfach ist die Vermarktung des Fleisches, denn diese Schweizer Pekingenten sind und bleiben eine Spezialität. Zudem sind sie teurer als ausländische. Doch Robin Geisser hat über Händler vor allem in der Gourmet-Gastronomie dankbare Abnehmer gefunden. «Begehrt sind vor allem die Edelstücke wie die Brust», erklärt er. «Deshalb verwerten wir viele Schenkel in einem Salsiz, der sogar ausgezeichnet wurde.» Das Gerüst der Tiere wie zum Beispiel die Knochen verwenden Gastronomen gerne für die Herstellung von Saucen. «Bisher funktioniert der Markt recht zufriedenstellend. Mehr Tiere wären aber kaum möglich im Moment.»


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