Der Titel ist für Schwellbrunn eine Verpflichtung

KOMMENTAR ⋅ Dass das schönste Dorf der Schweiz im Appenzellerland liegt und erst noch Schwellbrunn heisst, ist erstaunlich, schreibt Patrik Kobler, Leiter Appenzellerland. Dem gelte es nun Sorge zu tragen.
07. September 2017, 16:18
Es ist erstaunlich: Der Titel als schönstes Dorf der Schweiz geht nicht ins Bünderland, ins Wallis oder Tessin, sondern nach Schwellbrunn. Die Ausserrhoder sind die erste Deutschschweizer Gemeinde, die diesen Titel gewinnt – darauf darf man stolz sein.

Spontan hätte man den Sieg eher prominenteren Appenzeller Dörfern zugetraut: Appenzell zum Beispiel oder Trogen mit dem Landsgemeindeplatz und dem Kinderdorf oder Gais mit dem Wakkerpreis-gekrönten Dorfplatz.

Wenn man aber etwas darüber nachdenkt, findet man viele Argumente, die für Schwellbrunn sprechen. Das Dorf auf der Krete mit der herrlichen Aussicht ist intakt; bei der baulichen Entwicklung ist man behutsam vorgegangen. Wo andere über Schlafdorf klagen, geniesst Schwellbrunn ein aktives Dorfleben. Der Zusammenhalt und das Engagement der Bevölkerung habe wesentlich zum Sieg beigetragen, sagt der Gemeindepräsident. Und durch stetige Medienpräsenz hat die Gemeinde seine ­Bekanntheit erhöht – davon profitiert man nun.
 
Mit der Auszeichnung zum schönsten Dorf der Schweiz wird Schwellbrunn zur Vor­zeigegemeinde. Sie ist eine Verpflichtung, der Gemeinde weiterhin Sorge zu tragen und die Entwicklung massvoll voranzutreiben.

Patrik Kobler

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