Das Ende der Poststelle Trogen ist nah

TROGEN ⋅ Ab dem Jahre 2020 soll die Poststelle in Trogen, wie sie heute besteht, verschwunden sein. Zu wenig würde sie genutzt. Die Post überlegt sich, die Öffnungszeiten zu kürzen, eine Agentur oder einen Hausservice einzuführen.
02. Dezember 2017, 14:42
Astrid Zysset

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

Den richtigen Zeitpunkt zu wählen, um die Bevölkerung zu informieren, sei schwierig, räumte René Wildhaber, Leiter Region St.Gallen-Appenzell der Schweizerischen Post, ein. «Entweder sind wir zu früh oder zu spät.» In Trogen ist wohl Ersteres der Fall. Wie die Zukunft der Poststelle in der Gemeinde ab 2020 aussieht, ist ungewiss. Entschieden wurde noch nichts. Die verschiedenen Optionen, die für Trogen in Frage kämen, wurden am Donnerstagabend im Hotel Krone vorgestellt.

Wildhaber verbarg nicht, dass die Post die Lösung mit einem Partner anstrebe. Kundinnen und Kunden würden mittels einer Postagentur in einem Quartierladen beispielsweise von langen Öffnungszeiten profitieren. Geldbezug bis 500 Franken wäre im Laden möglich, Einzahlungen könnten – nach einer Registrierung – an der Haustüre erfolgen. Als zweite Option steht für Trogen die Lancierung eines Hausservices im Raum. Am Briefkasten müsste morgens ein Vermerk angebracht werden, damit der Briefträger Bescheid weiss, dass der Kunde beispielsweise eine Einzahlung tätigen möchte. Geldbezug wäre nach vorausgegangener Bestellung bis 10'000 Franken möglich. Wildhaber betonte, dass der Hausservice aber für Menschen, die viel unterwegs sind, nur bedingt geeignet sei, da sie kaum Chancen hätten, den Briefträger anzutreffen.

Das heutige Gebäude der Post in Trogen würde bei der Lancierung eines Hausservices oder auch einer Agentur verkauft werden. Die Postfächer würden ausgelagert. Ob es weiter einen Postomaten geben wird, ist heute noch ungewiss. Das entscheidet Postfinance. Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr war an der Informationsveranstaltung ebenfalls zugegen und stellte klar, dass sich die Gemeinde für den Erhalt des Postomaten einsetzen werde. Ebenso für ein ausreichendes Angebot der Post. «Wir wollen die Serviceleistungen, die wir heute haben, behalten.» Seitens der anwesenden Bürgerinnen und Bürger wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die allfällige Neugestaltung des Bahnhofs mit den Umstrukturierungsplänen der Post in Einklang gebracht werden könnte.

Doch auch hier ist es zu früh, um konkrete Antworten zu erwarten. Wildhaber versprach jedoch, dass, falls sich in einem überschaubaren Zeitrahmen eine Lösung abzeichnet, die Post ein paar Monate warten könne mit der Umstrukturierung. «Aber wirklich nur ein paar Monate.» Denn: Die Poststelle Trogen ist nicht rentabel, die Nutzung seit Jahren rückläufig. Im Zeitraum von 2010 bis 2016 wurden 30 Prozent weniger Einzahlungen getätigt, 62 Prozent weniger Briefe und sechs Prozent weniger Pakete aufgegeben. Heute werden durchschnittlich rund 260 Briefe pro Tag aus Trogen verschickt, 67 Einzahlungen gemacht. «Die Nutzung ist auf seinem sehr tiefen Niveau. Die Poststelle kann so nicht wirtschaftlich betrieben werden», so Wildhaber weiter. Auslöser seien die digitalen Angebote, die in den letzten Jahren Einzug gehalten hatten. Nun sieht sich die Post zur Veränderung gezwungen.

Wie diese aussehen könnte, entscheidet sich in den nächsten drei Jahren. Bis 2020 soll klar sein, wohin der Weg geht. Ist das Aus der Poststelle aber zumindest beschlossene Sache? «Nein», so Wildhaber. «Aber wenn sie weiterbestehen sollte, dann mit deutlich reduzierten Öffnungszeiten. Die Poststelle hat heute sieben Stunden täglich geöffnet. Das sei zu grosszügig.


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