Bundesratsfavorit der Appenzeller

SESSION ⋅ Am 20. September wählt die vereinigte Bundesversammlung einen Ersatz für den zurücktretenden Bundesrat Didier Burkhalter. Die hiesigen Vertreter in Bern sind sich nahezu einig.
09. September 2017, 10:02
Roger Fuchs

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

Die FDP schickt drei Personen ins Rennen um die Nachfolge von Bundesrat Didier Burkhalter: Nationalrat Ignazio Cassis aus dem Tessin, Nationalrätin Isabelle Moret aus dem Kanton Waadt und den Genfer Staatsrat Pierre Maudet. Wahltag ist am 20. September, also mitten in der vom 11. bis 29. September dauernden Herbstsession der eidgenössischen Räte. Für den Ausserrhoder Ständerat Andrea Caroni (FDP) und den Innerrhoder Nationalrat Daniel Fässler (CVP) steht fest: Sie wollen den Tessiner Nationalrat Ignazio Cassis wählen. Beide begründen ihre Haltung mit regionalpolitischen Überlegungen. «Es ist nicht an der Zeit, nochmals jemanden aus der Romandie zu wählen», sagt Fässler. Caroni meint, dass mit den zwei Sitzen die Romandie bereits jetzt schon sanft übervertreten sei. «Abgesehen davon, kann Ignazio Cassis mit seinen im Freisinn eingemitteten politischen Positionen die Fraktion ausgezeichnet vertreten, und als Fraktionschef ist er ein Kenner der Bundesversammlung, was einem Bundesrat hilft», lobt Andrea Caroni seinen Parteikol-legen.

Vorsichtig, aber mit klarer Stossrichtung

Der Ausserrhoder Nationalrat David Zuberbühler (SVP) neigt in der Tendenz bei den offiziell zur Wahl stehenden Kandidierenden zwar auch zu Ignazio Cassis, will aber für einen endgültigen Entscheid noch das Hearing von nächster Woche abwarten. Insbesondere erhofft sich Zuberbühler ergänzende Ausführungen zu den Zeitungsberichten, wonach der Bundesratskandidat für eine Legalisierung von Kokain einsteht. Noch am wenigsten in die Karten blicken lässt sich der amtierende Inner­rhoder Ständeratspräsident Ivo Bischofberger (CVP). «Grundsätzlich ist der Anspruch der italienischsprachigen Schweiz nach dem Rücktritt von alt Bundesrat Flavio Cotti vor über 18 Jahren sicher gerechtfertigt», so Bischofberger. Doch er wolle sich erst nach den Hearings definitiv festlegen. Schliesslich hätten die Parlamentarier beim Amtsantritt den Eid auf Verfassung und Gesetz abgelegt, welcher auch beinhalte, dass sie «ohne Weisung» stimmen würden und dass «die Stimmabgabe bei Wahlen in der Bundesversammlung geheim ist».


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