Bauen in einheimischem Stil wird belohnt

AUSSERRHODEN ⋅ Der Verein «Appenzellerhaus heute» zeichnet Bauten aus, die sich in ihrer Erscheinung an Appenzellerhäuser anlehnen. Heuer gehen die Prämien an Häuser in Rehetobel, Herisau und Urnäsch.
02. Dezember 2017, 09:09
Martin Hüsler

Der 2013 gegründete Verein ist dank einer namhaften Schenkung in der Lage, nach einem festgelegten Zweck Preisgelder auszuschütten. Er tut dies nach eigenem Bekunden in der Absicht, Bauten in Appenzell Ausserrhoden zu fördern, «welche die appenzellische Eigenart in Stil, Form und Gestaltung darstellen.» Das können neu erstellte oder renovierte Häuser sein.
 

Ein Gegengewicht setzen

Der in seinem Wirken völlig unabhängige Verein mit Sitz in Wald stellt sich keineswegs grundsätzlich gegen moderne Architektur, so wenig wie er denkmalschützerischen Aspekten, wo ihnen der gebührende Platz eingeräumt werden sollte, ihre Berechtigung absprechen möchte. «Uns geht es darum, ein kleines Gegengewicht gegen die architektonische Beliebigkeit, wie sie sich auch im ausserrhodischen Siedlungsraum vielfach manifestiert, zu setzen. Bei der Beurteilung der Bauten nach unseren Kriterien sind wir uns natürlich der damit verbundenen Subjektivität bewusst», umschreibt Vereinspräsident Marc Rittmeyer die Philosophie.
 

Neue Bedürfnisse einbeziehen

Der Zusatz «Heute» im Vereinsnamen ist Fingerzeig auf eine Sichtweise, die gewandelten Wohngepflogenheiten und Qualitätsansprüchen Rechnung trägt. Marc Rittmeyer erklärt es so: «Wir sind diesbezüglich offen und können es sehr wohl nachvollziehen, wenn bei der Planung neue Wohnbedürfnisse einbezogen werden. Ein dogmatisches Festhalten an stilistischen Prinzipien wäre nicht in unserem Sinn. Aber letztlich muss sich eine Baute in ihrer Erscheinung doch an Appenzellerhäuser anlehnen, wenn sie prämiert werden will.»
 

Drei Häuser wurden ausgezeichnet

Auf die Ausschreibung für die 2017er-Prämierung gingen zwölf Anmeldungen ein. Vier betrafen Häuser in der Wohnzone, acht solche in der Landwirtschaftszone. Drei Objekte – alle sind sie 2016/17 entstanden – wurden schliesslich als prämierungswürdig empfunden. Bei der unlängst erfolgten Preisübergabe hob Vorstandsmitglied Hans Sprecher die für die Auszeichnung relevanten Besonderheiten der drei Einfamilienhäuser hervor. Bei allen lag die Planung in Innerrhoder Händen.

Prämiert wurde das Haus von Sarah und Patrick Langenauer an der Holderenstrasse in Rehetobel (Planung: Franz Ulmann + Partner GmbH, Eggerstanden). Dann ging ein Preis an das Haus von Beat Fritsche und Martina Jucker an der Schlossstrasse in Herisau (Kellenberger Architektur, Appenzell). Und schliesslich wurde das im Besitz von Niklaus und Regula Bösch-Rusch stehende und vermietete Haus – sie wohnen in Jakobsbad – an der Schwägalpstrasse in Urnäsch ausgezeichnet (Martin Sutter, Jakobsbad).

Martin Hüsler

redaktion@appenzellerzeitung.ch


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