Ausserrhoden zahlt 435'000 Franken in Fonds

HERISAU ⋅ Appenzell Ausserrhoden wird sich mit 435'000 Franken am schweizerischen Solidaritätsfonds beteiligen. Daraus werden die Opfer von administrativen Zwangsmassnahmen entschädigt. Zudem sollen die Einweisungen in die Arbeitsanstalt Gmünden untersucht werden.
20. Dezember 2017, 11:36
Zu den Betroffenen gehörten Verdingkinder, Heimkinder, administrativ Versorgte, aber auch Zwangsadoptierte oder Fahrende, wird in der Mitteilung der Ausserrhoder Staatskanzlei vom Mittwoch aufgezählt.

Zur Aufarbeitung der Vergangenheit gehört ein vom Bund finanzierter Solidaritätsfonds, in den die Kantone freiwillig Beiträge einlegen können. Der Ausserrhoder Regierungsrat habe beschlossen, darin 435'000 Franken einzuzahlen, verteilt auf die kommenden drei Jahre. Der Staat sei damals für die Einweisungen, aber auch für die mangelnde Aufsicht mitverantwortlich gewesen, heisst es.

Vielen Opfer sei es wichtig, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerate. Der Regierungsrat lasse deshalb eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Zwangsmassnahmen prüfen. So sollen die administrativen Versorgungen in die frühere Zwangsarbeitsanstalt Gmünden untersucht werden. (sda)

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