Auf den Spuren des «Appenzellers»

STEIN ⋅ Heute öffnet der neue Erlebnisbereich der Schaukäserei. Mit allen Sinnen kann man dabei dem Geheimnis des Appenzeller Käses näherkommen. Verstärkt in den Fokus gerückt werden auch Land und Leute.
01. Dezember 2017, 05:19
Roger Fuchs

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Eins vorneweg: Das Rezept des Appenzeller Käses wird auch im neuen Erlebnisbereich der Schaukäserei Stein nicht verraten. Doch die Besucherinnen und Besucher können auf spielerische Art in die Mystik des Appenzellerlandes eintauchen und die Herstellung des in dieser Region beheimateten Käses hautnah miterleben. Unter anderem gibt es neu die Möglichkeit, aus einer Handvoll Kräuter, welche für die Kräutersulz des Appenzeller Käses verwendet werden, ein eigenes Duftsäckli als Andenken an den Ausflug abzufüllen.

Das Appenzellerland mit seinen Bräuchen und Traditionen wird durch Ausstellungsobjekte wie eine Chlausenhube oder die Appenzeller Tracht fassbar. Ein Film nimmt die Gäste mit auf die Furgglenalp im Alpsteingebiet. 37 Jahre lang hat dort Albert Räss-Kluser die Milch zu Käse verarbeitet. Auf ihre Rechnung kommen auch die Kinder. Hinter verschiedenen Holztürchen erzählt ein Müsli namens Chäsli Jakob über seine Abenteuer. Und schliesslich bekommen alle Besucherinnen und Besucher ein Vesper-Tröckli mit kleinen Appenzeller Käsevariationen mit auf den Rundgang. Unterwegs wird man geheissen, ein Stück nach dem andern zu geniessen und so der Geschichte und der Herstellung des Käses nachzuspüren. Der bisher freie Blick auf die Käseproduktion und den Käsekeller mit den 12500 Laiben fehlt auch im neu gestalteten Schaubereich nicht.

Ab sofort wird Eintritt verlangt

Anders als bisher ist der Zugang zum neuen Schaubereich nicht mehr gratis. Erwachsene zahlen für einen Einzeleintritt neun Franken und Kinder sechs Franken. Das Familienticket für bis zu vier Kinder kostet 25 Franken. Auch ist es möglich, ein Kombiticket für die Schaukäserei und das danebenstehende Volkskundemuseum zu erwerben.

Im Beisein zahlreicher Gäste und Aktionäre ist gestern die Fertigstellung des Schaubereichs gefeiert worden. Gemäss Evelyne Hennet, Geschäftsführerin der Schaukäserei Stein, muss Touristen heute mehr Interaktivität geboten werden als früher. Der Besuch des neuen Schaubereichs soll als nachhaltiges Erlebnis in Erinnerung bleiben, wie Hennet sagte. Verwaltungsratspräsident Andreas Ritter liess die Geschichte des Unternehmens Revue passieren und erinnerte daran, dass die Schaukäserei heuer auch ihr 40-Jahr-Jubiläum feiern kann. Rund 700 Tonnen Appenzeller Käse werden Ritters Ausführungen zufolge pro Jahr in Stein produziert. Als Käser wirken Mitarbeitende der Emmi Schweiz AG, an welche die Käserei verpachtet ist. Zu Wort kam im Rahmen des gestrigen Festakts auch Regierungsrat Alfred Stricker, der in unmittelbarer Nähe zur Schauchäsi wohnt. Er lobte diese als Standortfaktor für Stein und die ganze Ostschweiz. Dank diesem Betrieb gebe es in der Gemeinde überdurchschnittlich viele Bauernfamilien mit «Zukunftszuversicht».

Die Gratulationen namens des Gemeinderats Stein zum neuen Schaubereich überbrachte Vizepräsident Arnold Zellweger. «Wir sind stolz darauf, mit der Schaukäserei ein innovatives und solides Unternehmen im Dorf zu haben.»


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