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Tagblatt Online
6. August 2016, 20:51 Uhr

Mann stirbt auf Rodelbahn – Bahn am Sonntag wieder offen

Auf der Bobbahn in Jakobsbad ist ein 44-Jähriger Mann ums Leben gekommen. Die Unfallursache ist noch unklar. Am Sonntag soll die Anlage ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Michael Genova

Ein 44jähriger Mann ist am Samstagnachmittag auf der Rodelbahn in Jakobsbad tödlich verunglückt. Aus noch ungeklärten Gründen wurde der Mann aus dem Schlitten geschleudert, wie die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden mitteilt. Dabei zog er sich derart schwere Verletzungen zu, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. Laut Polizeisprecher Roland Koster war eine Reanimation nicht mehr möglich. Der Verunglückte sei allein unterwegs gewesen und stamme aus der Deutschschweiz. Die genaue Unfallursache wird nun von der Kantonspolizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Appenzell Innerrhoden untersucht. Im Einsatz standen auch die Schweizerische Rettungsflugwacht, die Feuerwehren Gonten und Appenzell sowie die Ambulanz aus Appenzell.
 
Bahn vorübergehend gesperrt
Nach dem Unfall blieb die Rodelbahn für weitere Abklärungen bis am Abend gesperrt. Der Betrieb soll am Sonntag wieder aufgenommen werden. Erste Untersuchungen hätten keine Hinweise auf Sicherheitsmängel an der Bahn ergeben, sagte Roland Koster. Die Polizei gehe mehreren möglichen Unfallursachen nach. Gemäss Koster waren am Samstagnachmittag zahlreiche Gäste auf der Rodelbahn unterwegs. Die Bobfahrer hinter dem Verunfallten konnten jedoch rechtzeitig bremsen. Die Polizei habe mehrere Augenzeugen befragt, die Angaben zum Unfall machen konnten.

Der Verwaltungsratspräsident der Kronbergbahn, Markus Wetter, zeigte sich in einer ersten Reaktion betroffen. «Ich drücke den Angehörigen des Verunfallten mein Mitgefühl aus.» Über mögliche Ursachen wollte er sich mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht äussern. Einen technischen Mangel an der Bahn schloss Wetter jedoch aus. Vor rund einem halben Jahr hätten Experten des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte die Anlage geprüft. «Darüber hinaus überprüfen wir die Bobbahn täglich vor Arbeitsbeginn», so Wetter.
 
Geschwindigkeit ist begrenzt
Beim Unglück vom Samstag handelt es sich um den ersten tödlichen Unfall in Jakobsbad. In der Vergangenheit kam es laut Markus Wetter zu einzelnen leichten Auffahrunfällen und einem schweren Unfall – jedoch ohne tödliche Folgen. Der Geschäftsführer und technische Leiter Roland Streule verwies auf die eingebauten Sicherheitsmechanismen. «Die Geschwindigkeit der Schlitten ist auf 45 Kilometer pro Stunde begrenzt.» Zudem sei es mechanisch nicht möglich, dass ein Bob entgleisen könne. Und sei eine Person korrekt auf dem Schlitten angegurtet, könne sie nicht aus der Bahn geschleudert werden.

Die Sommer-Rodelbahn in Jakobsbad ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und wird von der Luftseilbahn Jakobsbad-Kronberg AG betrieben. Die Bahn ist 1000 Meter lang. Auf einem Schlitten überwinden Besucher einen Höhenunterschied von 450 Metern.



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christof.peter@gmx.ch (07. August 2016, 09:05)
Sicherheit

Der Unfall ist tragisch. Ich kenne jedoch die Rodelbahn sehr guet und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie es dazu kam. Nicht, wenn man sich an die geforderten Sicherheitsbestimmungen hält....

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Waedli (07. August 2016, 09:48)
Genau

Ganz meiner Meinung, warten wir den Unfallbericht ab.

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Waedli (07. August 2016, 07:22)
Horror

Das hat mit dem einten nichts zu tun und ist nicht zum vergleichen !! Autobahn fährt man auch min.120 km , jeden Tag ,x tausend , gibt jeden Tag Unfälle, und jetzt meiden Sie die Autobahn? Blöder Vergleich.Dieser Unfall ist sicher zu 100% selbst verschuldet, sonst wäre die Bahn ganz sicher heute nicht wieder offen. Letzter schwerer Unfall: Die Frau hielt am steilsten Ort und machte ein Photo !!,

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alphacentauri (06. August 2016, 23:09)
45 km/h... Horror

Da möchte ich nicht, dass mir einer hinten drauf fährt. Bei viel weniger hat man danach schon ein Schleudertrauma. 45 km/h ist nur 5 weniger als man mit dem Auto in der Stadt fahren darf. In Wohnquartieren gilt bald überall eine Begrenzung auf 30 km/h.

Ich weiss nicht, ob Kinder auf so einer Rodelbahn mit einem Tempo von 45 fahren können, wenn ja, dann wird mir bange.

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MitdenkerSG (07. August 2016, 10:28)
@Alphacentauri es ist auch in Ihrer Erinnerung zu rufen...

Es ist freiwillig das Haus zu verlassen und solche Einrichtungen zu nutzen und halt dabei ein kleines Restrisiko einzugehen (und dann immer noch zu versuchen alle für die eigene Dummheit haftbar zu machen).
Achterbahn, Rutschbahnen, Wellenbad, Wasserutschen, Seilbahnen generell, Autofahren, Velofahren, Strasse überqueren auch auf Fussgängerstreifen usw. sind mit einem Restrisiko verbunden ebenso wie es einige schaffen vor dem Bildschirm und an der Tastatur zu verunfallen oder vom Stuhl zu fallen.
Ich empfehle Ihnen einen Helm und Schutzbrille zu tragen und Handschuhe sowie Rückenprotektor wenn Sie den nächsten Komi schreiben, es könnte ein Netzteil explodieren oder der Bildschirm.
Vielleicht hat ja aber auch Ihre Pistole im Schiesstand das nächste mal einen Rohrkrepierer.
Das Leben ist Lebensgefährlich...für alle, noch keiner hats überlebt!

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nabru (07. August 2016, 08:13)
50

Also innerorts 50 nicht nur für Autos auch Motorrad und E-Bikes (beide auch nicht angegurtet), da wird auch gefahren obwohl Gefahren von allen Seiten lauern.
Und es wird sicher keiner ungebremmst auf den vorderen auffahren.

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