Appenzell Innerrhoden rechnet mit «roter Null»

APPENZELL ⋅ Steigende Gesundheitskosten belasten das Budget von Appenzell Innerrhoden. Dank höheren Steuereinnahmen und der Auflösung von Reserven rechnet der Kanton nächstes Jahr trotzdem mit einer «roten Null».

28. Oktober 2016, 12:00
APPENZELL. «Trotz kaum beeinflussbarer Gesundheitskosten kann der Kanton ein fast ausgeglichenes Budget 2017 präsentieren», sagte Säckelmeister (Finanzdirektor) Thomas Rechsteiner am Freitag vor den Medien. Bei einem Gesamtaufwand von 152,6 Mio. Fr. beträgt das Defizit 2,3 Mio. Fr. und ist um 0,3 Mio. Fr. höher als im Budget 2016.

Belastet werde das Budget 2017 durch höhere Beiträge an die ausserkantonalen Spitäler von 10,5 Mio. Franken (+1,8 Mio. Franken). Die Hochrechnung für das laufende Jahre zeige, dass auch der Budgetbetrag 2016 nicht ausreiche. Zudem steigen die Kosten für die stationäre Langzeitpflege um 500'000 Franken auf 2,4 Mio. Franken.

Steigende Fallzahlen und der Anstieg der durchschnittlichen Betreuungsstufe führen bei den Behinderteninstitutionen zu Mehrkosten von 660'000 Franken.

Da der Kanton neu das gesamte Schulgeld für die Schüler mit Wohnsitz im Kanton übernimmt, steigen die Schulgeldbeiträge für weiterführende Schulen auf 1.9 Mio. Franken (+1,2 Mio. Franken). Bisher bezahlte der Kanton lediglich die Hälfte des Schulgeldes, wofür im laufen Jahr 740'000 Franken budgetiert sind.

Steigende Steuereinnahmen
Trotz Einnahmeeinbussen durch die zwingende Anpassung der Eigenmietwertberechnung steigen die ordentlichen Steuereinnahmen im Vergleich zum Budget 2016 um rund 4 Prozent, wie der Finanzdirektor weiter sagte.

Zudem helfen die 2015 gebildeten Reserven für den Bau des Alters- und Pflegezentrums und der Kantonsstrassen, dass ein ausgeglichenes Budget präsentiert werden könne. Die Reserven werden gemäss der neuer Rechnungslegung über die Nutzungsdauer ab Inbetriebnahme wieder aufgelöst.

Defizite absehbar
Auch in den beiden Folgejahren könne gemäss Finanzplan ein ausgeglichenes Ergebnis in der Erfolgsrechnung erzielt werden, bevor dann ab 2019 die ordentlichen Abschreibungen massiv zunähmen und zu neuen Defiziten führten. Ab 2020 kommt laut Rechsteiner eine grosse Herausforderung auf den Kanton zu. Um weiterhin schuldenfrei zu bleiben, müsse er die geplanten Investitionen ohne Fremdfinanzierung bewältigen. (sda)


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