Strafanstalt Gmünden: Häftling starb an Überdosis

NIEDERTEUFEN ⋅ Am 1. August ist ein Südafrikaner in der Strafanstalt Gmünden gestorben. Nun ist die Todesursache geklärt: Er starb an einer Überdosis Morphin.

12. Oktober 2016, 09:58
NIEDERTEUFEN. Wärter fanden am 1. August die Leiche des 25-jährigen Südafrikaners in seiner Zelle in Gmünden. Wie die Ausserrhoder Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilt, hat die Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei ergeben, dass der Gefangene an einer Überdosis Morphin gestorben ist. Morphin habe er von einem anderen Gefangenen erhalten, der wegen seiner langjährigen Heroinsucht mit einem Ersatzpräparat behandelt werde.

Durch die Nase geschnupft
Wie es weiter heisst, haben die Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin St.Gallen und die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass der Verstorbene Morphin durch die Nase geschnupft hatte. Diese Art der Einnahme führt gemäss Spezialisten zu einem raschen Wirkungseintritt des Morphins und zur tödlichen Überdosis. Laut Mitteilung gibt es keine Anhaltspunkte für eine Dritteinwirkung.

Kritik an Betreuung
Die Stiefmutter und Freunde des 25-Jährigen bezweifelten einen Selbstmord. Eine Person sagte, der 25-Jährige habe Bauchschmerzen gehabt. Weil er nicht in den Notfall durfte, habe er protestiert. Deswegen sei er in die Arrestzelle gesteckt worden, wo er gestorben sei. Die Staatsanwaltschaft bestritt die Vorwürfe.

Der Zellennachbar des Toten muss sich wegen der Abgabe von Betäubungsmittel verantworten. Damit sei die Strafuntersuchung abgeschlossen, schreibt die Staatsanwaltschaft. (pd/maw)

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