KOMMENTAR

Profiteurin ist die Klinik am Rosenberg

KOMMENTAR ⋅ Das Angebot im Spital Heiden wird stark reduziert und wandert an die Hirslandenklinik am Rosenberg ab. Das geschrumpfte Spital zu schliessen, wäre dann auch nicht mehr so schwierig. Ein Kommentar von Monika Egli.

02. September 2016, 07:19
Monika Egli

Dem Spital Heiden geht es offensichtlich noch schlechter, als Aussenstehende und Mitarbeitende bisher dachten. Nur so ist zu erklären, weshalb der Verwaltungsrat zu diesen einschneidenden Massnahmen greifen muss. Es ist für ihn aber womöglich die einzige Lösung, das Spital noch irgendwie über die Runden zu bringen. Denn solange das Gesetz besagt, in Heiden und Herisau müssten je ein somatisches Spital und das Psychiatrische Zentrum betrieben werden, hat der Verwaltungsrat nur eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten.

Wenn jetzt das Angebot im Spital Heiden stark reduziert wird, indem der Fachbereich Chirurgie in die Hirslandenklinik am Rosenberg abwandert, tönt das nach einer Übergangslösung. Sobald die von der Politik geforderten Gesetzesänderungen vorliegen, und Heiden nicht länger Spitalstandort sein muss, wäre es auch nicht mehr so schwierig, das geschrumpfte Spital ganz zu schliessen – eine Art Salamitaktik.

Leider wird dieser Schritt auch Arbeitsplätze fordern, aber solcherlei war noch nie strategieentscheidend, wenn es um das wirtschaftliche Überleben eines Betriebes ging. Mit einem freiwilligen Sozialplan wird die unschöne Nebenerscheinung immerhin abgefedert.

Die zur Hirslandengruppe gehörende Klinik am Rosenberg in Heiden kann sich freuen. Nachdem ihr wegen der Neueröffnung der Berit-Klinik in Speicher nicht nur die Patientenzahlen eingebrochen, sondern auch die Ärzte davongelaufen sind, dürfte es wenigstens hier bald wieder aufwärts gehen.

monika.egli@appenzellerzeitung.ch

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