Offener Brief gegen Asylzentrum "Sonneblick"

WALZENHAUSEN ⋅ Der Streit um das geplante Asyldurchgangszentrum in Walzenhausen schwelt weiter. In einem offenen Brief tut das Komitee Anwohner Sonneblick seinem Unmut kund und beschwert sich bei der Gemeinde über mangelnde Unterstützung.

16. September 2016, 10:17
WALZENHAUSEN. Die Kritiker des geplanten Asyldurchgangszentrums in Walzenhausen wollen nicht aufgeben. In einem offenen Brief wenden sie sich nun an die Gemeinde und die zuständigen Kantonsräte. Weil "die undemokratische, aufdiktierte und profitorientierte Lösung mit bis zu 120 Flüchtlingen für 10 Jahre vom Sonneblick und Kanton" die kleine Gemeinde "in den Abgrund" ziehen werde. Das Komitee Anwohner Sonneblick, das sich seit Monaten gegen das geplante Durchgangszentrum wehrt, fordert in dem Brief die Verantwortlichen deshalb nochmals auf, eine Lösung zu suchen, so dass Walzenhausen "lebenswert" bleibe.

Vorbild Seelisberg
Anfang September ist bekannt geworden, dass das geplante Durchgangszentrum, in dem ab 2017 für zehn Jahre zwischen 80 und 120 Asylbewerber einquartiert werden sollen, in der Kurzone realisiert werden kann. Eine Umzonung ist nicht nötig. Somit wird sich das Stimmvolk nicht zum Vorhaben des Kantons äussern können.

Für das Komitee ist das nicht nachvollziehbar. "Warum kann unsere Gemeinde nicht auftreten wie die Verantwortlichen in Seelisberg?", heisst es in dem Schreiben weiter. In Seelisberg sistierte die Urner Regierung ein geplantes Asylzentrum, nachdem sich die Bürger gegen das Vorhaben gewehrt hatten. Auch das Komitee in Walzenhausen fordert von der Gemeinde, sich auf die Seite der Bevölkerung zu stellen und Stellung zum Projekt zu nehmen. "Das Wohl der Bewohner in Walzenhausen wird mit diesem Grossprojekt mit Füssen getreten, so dass der Bevölkerung jeder Rückhalt fehlt."

Finanzielle Anreize
Des Weiteren wirft Verfasser und Komitee-Mitglied Hanspeter Baumgartner der Stiftung Sonneblick und dem Kanton vor, das Projekt aufgrund finanzieller Interessen zu unterstützen. Er behauptet, die Stiftung könne ohne Arbeitsaufwand ihre Schulden tilgen mit einem Zuspruch von 21'000 Franken monatlich für die Dauer von zehn Jahren. Der Kanton könne überdies den Auftrag des Bundes erfüllen. (red.)



 

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