Kinderdorf Pestalozzi gibt sozialpädagogische Wohngruppen auf

Kinder moderieren eine Sendung des Kinderradios Power Up im Pestalozzidorf. Zoom

Kinder moderieren eine Sendung des Kinderradios Power Up im Pestalozzidorf. (Luca Linder)

TROGEN. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Trogen richtet ihre Programme in der Schweiz neu aus: Die Wohngruppen für Kinder und Jugendliche mit sozialen und schulischen Schwierigkeiten werden im Sommer 2014 aufgegeben, die Bildungs- und Austauschprojekte dafür ausgebaut.

06. November 2013, 15:25
Die sozialpädagogischen Wohngruppen für Kinder und Jugendliche in Trogen waren in den letzten Jahren schlecht ausgelastet, wie die Stiftung Pestalozzidorf am Mittwoch mitteilte. Ein Grund dafür ist, dass die Sozialämter die Kinder und Jugendlichen vermehrt in der Nähe ihrer Wohnorte platzieren.

Dadurch sei der frühere Standortvorteil des Kinderdorfs im idyllischen und abgelegenen Trogen zu einem Nachteil geworden, heisst es im Communiqué. Hatten die Programme einst fünf Häuser im Dorf mit bis zu 32 Kindern belegt, so war die Stiftung zuletzt gezwungen, das Angebot wegen des Kostendrucks zu verkleinern.

Nun hat der Stiftungsrat beschlossen, die Integrationsprogramme im Sommer 2014 nicht mehr weiterzuführen. Statt will das Kinderdorf Pestalozzi stärker auf Bildungs− und Austauschprojekte in der Schweiz und weltweit setzen.

In elf Ländern tätig
Heute ist die Trogener Stiftung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mit 40 Partnerorganisationen in elf Ländern tätig. Rund 320'000 Kinder und Jugendliche profitierten im vergangenen Jahr von den Bildungsprojekten.

Im Kinderdorf in Trogen, dem Herz der Stiftung, begegnen sich heute jährlich 1500 Kinder und Jugendliche aus er Schweiz und aus Südost− und Osteuropa in interkulturellen Projekten. 700 Kinder beteiligen sich an Radioprojekten im «powerup-radio» des Kinderdorfs. Daneben werden auch junge Erwachsene ausgebildet.

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi besteht seit bald 70 Jahren. gegründet als Antwort auf die Folgen des Zweiten Weltkriegs, nahm das Kinderdorf anfänglich Waisen aus dem europäischen Kriegsgebiet auf. Ab 1960 erhielten Flüchtlingskinder aus aller Welt einen Platz in Trogen, zuletzt in den Jahren 1991 und 1992. (sda)

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