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Tagblatt Online
1. September 2016, 13:57 Uhr

Stellenkürzungen am Spital in Heiden

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) und die Hirslanden-Gruppe vertiefen ihre seit 1984 bestehende Kooperation. Eine Folge davon ist ein Stellenabbau am Spital in Heiden.

Das Spital Heiden und die Hirslanden Klinik am Rosenberg verstärken die Zusammenarbeit. Dies haben die Verantwortlichen des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (SVAR) und der Privatklinik am Donnerstag bekannt gegeben. Damit sollen Kosten gespart und Synergien genutzt werden.

"Langfristig sicherstellen"
Mit der Vertiefung der seit 1984 bestehenden Kooperation mit der Privatklinik will der SVAR die wohnortnahe medizinische Grundversorgung für die Bevölkerung im Appenzeller Vorderland und in Teilen des Mittellandes langfristig sicherstellen, wie es vor den Medien hiess.

Die Neuausrichtung sei mit dem Ausserrhoder Regierungsrat abgestimmt, sagte SVAR-Verwaltungsratspräsidentin Christiane Roth. Das Spital Heiden konzentriere sich künftig auf die Innere Medizin sowie Geburtshilfe. Die operative Tätigkeit der anderen chirurgischen Fächer werde ab Januar 2017 vom Spital Heiden in die Klinik am Rosenberg verlegt.

Geburtshilfe ausbauen
"Die Geburtshilfe wird ausgebaut", sagte Jürg Nyfeler, CEO des SVAR. Die Zahl der Geburten am Spital Heiden sei steigend. Die interdisziplinäre Notfallstation am Spital werde weiterhin rund um die Uhr betrieben. Auch die ambulanten Sprechstunden fänden weiterhin am Spital Heiden statt.

Aufgrund der negativen betriebswirtschaftlichen Entwicklung entschieden der SVRA-Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung im Juni 2015, die Chirurgie der Spitäler Herisau und Heiden zusammenzulegen. Ziel war es, den langfristigen Erfolg des Spitals Heiden zu sichern. Die Fallzahlen hätten zwar gesteigert werden können, reichten aber nicht aus, um das Spital Heiden kostendeckend zu betreiben, sagte Christiane Roth.

Stellenkürzungen angekündigt
Der SVAR verzeichnete für das Jahr 2015 ein Defizit von über 9,7 Millionen Franken. Im Kantonsrat wurde die finanzielle Schieflage heftig diskutiert. Um den Standort Heiden zu sichern, sei nun die verstärkte Zusammenarbeit mit der Klinik am Rosenberg vereinbart worden, so Roth. Eine gemeinsame Projektgruppe des SVAR und der Klinik am Rosenberg erarbeite zurzeit die Pläne für die Umsetzung.

Stellenkürzungen liessen sich nicht vermeiden, sagte Verwaltungsrat Othmar Keel. Kündigungen sollen − wenn möglich -, nicht ausgesprochen werden und mit natürlichen Abgängen und Verschiebungen innerhalb des SVAR abgefedert werden.

Die Fallzahlen des Psychiatrischen Zentrums in Herisau seien seit dem Amtsantritt des neuen Chefarztes am 1. Juni am Steigen, sagt die Verwaltungsratspräsidentin. Aber auch in Herisau müsse das Personal dem Bedarf angepasst werden.

Spital und Klinik an einem Standort
Die Klinik am Rosenberg habe der SVAR Hand geboten, damit sich das Spital Heiden neu ausrichten könne, sagte Klinikdirektor Alexander Rohner. Bereits im März kündigte die Hirslanden-Gruppe zudem an, dass sie die Ostschweizer Kliniken in Heiden und St.Gallen noch stärker regional positionieren wolle. Die Klinik am Rosenberg werde ein breiteres medizinisches Spektrum innerhalb der Akutmedizin anbieten und sich zu einer multidisziplinären Fachklinik gemäss kantonalen Leistungsaufträgen entwickeln.

Die Klinik am Rosenberg ist eine von 16 Privatkliniken der Hirslanden-Gruppe. Sie verfügt über 240 Mitarbeitende, rund 60 Betten und vier Operationssäle und ist spezialisiert auf orthopädische Chirurgie und Wirbelsäulenmedizin. 2015 erwirtschaftete die Klinik einen Umsatz von 36 Mio. Franken. Das Spital Heiden mit 280 Mitarbeitenden verfügt über 65 Betten und bietet zurzeit noch Leistungen in den Bereichen Anästhesie, Chirurgie, Orthopädie und Innere Medizin an, sie verfügt über eine Frauenklinik, eine interdisziplinären Überwachungsstation sowie einen Notfalldienst. (sda)



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