Appenzell Ausserrhoden gibt Wolf M75 zum Abschuss frei

HERISAU ⋅ Wie die Kantone Graubünden, Tessin und St.Gallen hat sich nun auch Appenzell Ausserrhoden dazu entschlossen, den Abschuss des Wolfes M75 freizugeben. Das Tier hat in den vergangenen Monaten über 55 Schafe gerissen.
Aktualisiert: 
24.05.2017, 10:00
24. Mai 2017, 09:39
"Der Wolf M75 hat seit Beginn des Jahres in mehreren Kantonen eine grosse Anzahl von Schafen getötet", heisst es in der Mitteilung des Kantons. In seinem Streifgebiet seien innerhalb der letzten vier Monate mindestens 55 Schafe gerissen worden. Betroffen waren betreute Herden, die sich auf elektrisch gesicherten Weiden und in der Nähe von Häusern befanden.

Wie es weiter im Communiqué heisst, konnten die Risse mit DNA-Analysen eindeutig dem  Wolfsrüden M75  zugeordnet werden. "Auch der Riss von zwei Schafen am 25. Februar auf einer Heimweide in Heiden wurde zweifelsfrei von diesem Wolf verursacht." In Appenzell Ausserrhoden seien somit seit 2014 insgesamt sechs Schafe von verschiedenen Wölfen gerissen worden.
 
Die Kantone Graubünden, Tessin und St.Gallen haben infolge der eindeutigen Schadenslage reagiert und gestützt auf die eidgenössische Jagdverordnung eine Abschussverfügung für "M75" auf ihrem Kantonsgebiet erlassen. Nun zieht der Kanton Appenzelle Ausserrhoden nach. Aufgrund seines bisherigen Verhaltens ist von weiteren Rissen durch den Wolf M75 auszugehen, schreibt der Kanton weiter in der Mitteilung. Durch seine häufigen und schnellen Wanderungen über grössere Distanzensei auch ein plötzliches Wiederauftreten von "M75" im Gebiet von Appenzell Ausserrhoden möglich. Um weiteren Schadenfällen im gesamten Streifgebiet von M75 vorzubeugen, erlaube daher auch das Amt für Raum und Wald den Abschuss des Wolfs auf dem Kantonsgebiet von Appenzell Ausserrhoden.
 

Auch WWF für Abschuss

Ebenfalls einig mit den Behörden ist der WWF. Die Organisation verzichtete schon vorher auf eine Beschwerde gegen den Abschuss des Raubtieres. Da der männliche Rüde italienischer Abstammung derart viele Schafe gerissen hat, ist der WWF zum Schluss gekommen, dass es keine andere Wahl gibt, als den Wolf zu töten. Gemäss eidgenössischer Verordnung können die Raubtiere geschossen werden, wenn sie trotz Herdenschutz erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein solcher Fall liegt vor, wenn mindestens 25 Nutztiere innerhalb eines Monats getötet wurden. (red.)
 

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